vorbei.

Wir kennen uns schon seit Jahren, ernst wurde es erst vor zwei. Ich kann also nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Irgendwie haben wir zusammen gefunden. Verkupplungsaktion – man kennt das ja. Am Anfang war es auch wirklich spannend. Mit jedem Mal entdeckte ich neue Seiten, neue Facetten an dir. Dein Stil hat mir gefallen. Deine Intelligenz hat mich beeindruckt, mich eingeschüchtert. Ja, ich war fasziniert von dir.

Die erste Verliebtheit verflog. Alltag kehrte ein. Wir sahen uns einfach zu oft. Jeder Morgen mit dir wurde zur Routine. Ich fühlte mich verpflichtet, meine Freizeit nur noch mit dir zu verbringen. Und alles, was ich mal spannend an dir fand, langweilte mich nur noch. Du hast den Reiz verloren. Intelligent gabst du dich immer. Ich fande es überheblich. Ich interessiere mich nicht mehr für dich, genauso wenig wie du für mich. Du hast dich nie wirklich um mich geschert, wenn wir mal ehrlich sind.

Ich kannte dich – glaubte ich zumindest. Meinte all deine Launen deuten zu können. Vertrautheit war das nie. Du hast mehr genommen als gegeben – Zeit, Geld. Sicher hätte ich auch von dir profitieren können. Aber ich war es Leid. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mich mit dir zu beschäfigen.

In den letzten Monaten ist es zu einer richtig kleinen Fortsetzungsgeschichte geworden. Jetzt hat sie vorbei. Das ist okay. Man muss nichts künstlich am Leben halten. Machs gut, Spiegel. Wir können ja Freunde bleiben. Vielleicht sieht man sich nochmal – auf einen Quickie am Kiosk.

Wooho!

Ein schlechtes und ein gutes Ende

Ich mags nicht, wenn Dinge zu Ende gehen. Generell. Sobald der Löffel auf dem Becherboden kratzt, weiß ich, dass in naher Zukunft auch der Pudding passé sein wird. Genau so verhält es sich mit dem Lesen. Es ist schade, wenn Bücher langsam ausklingen. Da war man eben noch in der spannenden Geschichte, in die man sich geschmuggelt hat. Und dann ist die plötzlich aus – vorbei. Ein kleiner Teil des Alltags ist dann weg. Ein bisschen so als ob ein Goldfisch stirbt. Man hatte ihn nicht lang, er war da und man hatte seine Freude an und mit ihm. Lebensmittelpunkt war er nie, aber das Gefühl ist trotzdem seltsam, wenn man ihn dann das Klo runterspülen muss. Genau so fühlt man sich, wenn man ein Buch zurück ins Regal stellen muss. Nur, dass es danach nicht zu Klärschlamm wird. Habe gerade für dieses Buch die Spülung gezogen. Schade.Ein gutes und vollends zufriedenstellendes Ende ist indes das Fertiglesen eines Magazins, das einen nicht interessiert. Damals vor einem Jahr war man zu nett und zu naiv, um der Drückerkollonne einen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen, als die die arme Drogenjunkie-Geschichte an der Haustür ausgepackt haben. Also quält mich noch 49 Wochen ein Abo, das ich nicht haben will.Ich weiß, ich tu so als sei ich Journalistin und sollte den Spiegel fressen und jeden Text auswendig lernen. Ich sollte ihn anbeten, von ihm träumen und ihn unter mein Kopfkissen legen und die wohlige Wärme, die von ihm ausgeht, genießen. Aber 88 Prozent der Themen interessieren mich einfach nicht. Die wenigen Texte, die mich kümmern, les ich auch gerne, eine Frage, aber den Rest… . Dennoch bin ich tapfer und les das Heft vom Anfang bis zum Ende. Nicht weil es Spaß macht, sondern weil das verdammte Abo 45 Euro im viertel Jahr kostet!!!So schmunzel ich halb angewidert über die Arroganz, mit der sich das Heft anmaßt, sich im „Hohlspiegel“ auf der letzten Seite über andere Publikationen lustig zu machen. Dann segelt die Ausgabe geschmeidig in den Papierkorb. Ein Magazin geht zu Ende. Das Gefühl ist unbeschreiblich schön…Wenn man nicht wüsste, dass morgen schon die nächste Ausgabe im Briefkasten liegt.Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand vom Spiegel das hier liest und irgendwann mal in Erwägung gezogen hat, mir eine Zusage für ein Praktikum zu schicken, aber dann meine Bewerbung doch lieber an den Kollegen vom ManagerMagazin weitergeleitet hat, der mir dann gottseidank abgesagt hat (warum auch immer??!!!): Wir wissen beide, dass ich nicht die richtige Frau für euch bin. Nichts für ungut.

Hab den Knopf gefunden

Eigentlich wollte ichs kurz und unkompliziert machen. Da mir aber mittlerweile Menschen, die ich erst sehr kurz kenne, sagen ich sei wahnsinnig kompliziert, mach ich das hier natürlich nicht kurz. Stattdessen schreibe ich einen ellenlangen Text mit duzenden Tippfehlern, endlosen Schachtelsätzen, verqueren Gedanken, unlogischen Ansätzen und zielloser Thematik. Logik ist nämlich auch nicht meine Stärke. Sagt übrigens der gleiche Mensch. Wie dem auch sei.Habe mich auf der Weihnachtsfeier mit einem Kollegen unterhalten. Der sagte, dass ich noch drei Jahre von einem wirklich guten Text entfernt sei sei. Ich schreibe gut, aber ich brauche noch viel Übung. Schneller zum Punkt kommen, prägnanter ausdrücken, Themen eingrenzen. Drei Jahre. Das heißt nach Adam Riese, dass ich mit 25 meinen ersten brillianten journalistischen Text abliefere. Das ist beachtlich. Und deshalb werte ich die Aussage als Kompliment. Mit 25 eine wirklich gute Journalistin zu sein, ist wirklich eine Leistung.Eine gute Schreibe reicht allerdings nicht aus. Ich sollte MEIN Thema finden – endlich. Ich weiß zwar ungefähr wohin der erste Schritt gehen soll, aber das Ziel seh ich noch nicht. Kultur-Ressort. Reisejournalismus. Satire. Schön und gut. Aber wenn wir ehrlich sind, kenn ich mich mit nichts wirklich gut aus. Und meine einzige Paradedisziplin kann ich seit gestern Abend auch in die Tonne kloppen. Denn es gibt noch mindestens einen weiteren Menschen auf der Welt, der alle Sitcoms, die jemals im deutschen Fernsehen gelaufen sind, kennt und weiß welche Schauspieler Gastauftritte in welcher anderen Serie hatten. Und dass es noch jemanden gibt, der imdb.com fast komplett auswendig kann. Das war bitter. Erst wird man als kompliziert und unlogisch bezeichnet und dann wird man auch noch mit so fulminanten Wissen überhäuft und muss feststellen, dass man noch nicht mal über das Fernsehprogramm wirklich Bescheid weiß. Und dass obwohl man als Kind zu der Kiste ein innigeres Verhältnis hatte als zur eigenen Großmutter.Am „Networken“ muss ich auch arbeiten. Kann mit reinem Gewissen von mir behaupten, dass das was ich während den (fast vollständigen) sechs Monaten Praktikum das gewiss nicht mit Bravour gemeistert habe. Eigentlich würde ich mir selbst nicht mal ein gutes Zeugnis ausstellen. Ich war zwar immer nett, habe die Routinearbeit (abgesehen von orthographisch wirklich kaum übersehbaren Schwächen) erledigt. Hab vielleicht auch eins zwei ganz passable Texte abgeliefert. Aber ein Bein dafür ausreißen, dass ich doch bitte bleiben soll, wird sich wohl keiner. Ist auch nicht schlimm. Muss ja sowieso zurück an die Uni.Wir halten also fest: Schreibe verbessern, Thema finden, Networken, kompetenter werden. Ach ja und ganz wichtig: Endlich mein verdammtes Licht unter dem elendigen Scheffel rauskramen.Ansonsten wäre es auch nicht schlecht, das Gesicht zu wahren. Wo wir auch schon (nach vier Absätzen) beim Thema währen. Denn der Blog trägt dazu nicht bei. Hab irgendwie doch recht viel zu verlieren. Und da ich geschwätzig bin (was der Mensch von gestern mir auch an den Kopf geworfen hat), und es irgendwie nicht mein Ding ist über Hobbys zu bloggen wie ER oder über Musik wie ER oder einfach nur verdammt lustige Cartoons zu zeichnen wie ER, lass ichs einfach. Genug Seelenstriptease und endlich mal erwachsen werden. Bis Mittnernacht ist der Blog noch online und dann wird er deaktiviert. Genug.Aber im Internet verschwindet ja leider nichts wirklich vollständig. Google sei Dank…[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=fYu6dWeZX4w&rel=1]