läuft.

Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem es einfach läuft. Das letzte Fachsemester plätschert vor sich hin – ohne Aufregung, ohne Stress. Der Job macht Spaß – aus den gleichen Gründen. Und wenn man sich mal damit abgefunden hat, dass man nie wie Cindy Crawford aussehen wird, ist man die nervige Sorge, ob nun drei Kilo zu viel oder nicht, auch los.

Und alles nur, weil man auf ein Ziel hinarbeitet. Auf ein reales Ziel. Nichts Utopisches wie „Ich will ZEIT-Redakteurin werden und in Hamburg wohnen und dass die Hälfte der Barmänner zwischen Schanze und Kiez schon an  meinem Gang hören, dass ich es bin und mir gleich ein Astra hinstellen.“ Ok, Letzteres krieg ich eventuell hin.

Nein, einfach locker, entspannt und mit Spaß an der Sache ab März die Diplomarbeit runterschreiben und bis dahin soviel Geld verdienen, dass dabei ein großer Rucksack, eine Jacke, ein paar gescheite Schuhe, ein Ticket und ein Sprachkurs rausspringen. Und Taschengeld, wenn ich unterwegs Hunger bekomme.

Alles andere ist momentan nebensächlich. Das Schöne: Die miesepetrigen Gesichtszüge verschwinden, die knittrigen Falten zwischen den Augen lösen sich und selbst wenns regnet, störts nicht sonderlich. Macht auch attraktiver, was wiederum Aufmerksamkein erregt und das wiederum trägt auch zum Wohlbefinden bei.

Wie haben Element of Crime so schön gesungen: „Erst wenn alles scheiß egal ist, macht das Leben wieder Spaß“. Nun, alles ist nicht scheiß egal. Aber vieles und deshalb machts wieder Spaß.

Kleiner Mann ganz groß

Da wacht man um 05:18 Uhr auf, weil die Katze neuerdings das zweifelhafte Hobby flegt, mir täglich zu dieser Nachtzeit ins Gesicht zu hauen. (Ich mag Katzen nicht) Was tut man dann? Erst mal das Vieh zur Strafe in den Regen setzen und sich dann für die eigene Niedertracht schämen. Also Nasse Katze wieder reinholen und dann eine Stunde ins Dunkle schauen. Darüber nachzudenken wie man jetzt am schnellsten wieder einschlafen kann, ist ziemlich fad. Dann doch aufstehen und Mails checken. In drei Stunden muss man ja eh raus. Lohnt also alles nicht mehr.Und huch was seh ich da! Eine Nachricht aus dem nicht allzu fernen Ausland mit einem Link zu einem ZEIT-Artikel, der laut Absender auch von mir hätte stammen können. Ich lese mich selten selbst. Naja schon, aber nicht objektiv genug, um Aussagen über meinen Stil treffen zu können. Aaaaaaber jaaa, ich seh da Parallelen. Zumindest inhaltlich.Tenor: Warum Nicolas Sarkozy trotz offensichtlichem Little-Man-Syndrom und aufgesetzten Machoallüren trotzdem irgendwie sexy ist und gerade deshalb reihenweise Traumfrauen abschleppt. Antwort: Es wird einfach nicht langweilig mit solch einer Witzfigur und es ist ziemlch sympathisch, wenn ein Mann sich einfach nicht um Konventionen kümmert und gelegentlich deutlich macht wie unendlich egal es ihm doch ist, was man von ihm hält. Die Autorin Ursula März drückt es so aus: „Leute, so bin ich nun mal. Nicht sehr groß gewachsen, nicht sehr schön, nicht besonders intelligent und noch lange nicht im Endstadium der Persönlichkeitsentwicklung. Aber einzigartig und erfolgreich. Also bitte, wo ist das Problem und wo die nächste Party?“Und was soll ich sagen: Ooooh ja! Gibt doch nichts Anziehenderes als ein Kerl, der zumindest so tut als seien ihm sein Ansehen und der Rest der Welt ziemlich wurscht. Ein Mann, der eine ziemlich offensichtliche Scheiß-Egal-Haltung pflegt (ob aufgesetzt oder ernsthaft ist hier egal) und jeden Tag aufs Neue beweist, dass er weiß gott Besseres zutun hat, als sich mit Kleinigkeiten wie Nettigkeiten und Anstand aufzuhalten. Lieber Scheiße als Langweilig. Frau März weiß das auch: „Diese Botschaft wirkt bei Frauen. Schlichtweg, weil sie die Behauptung enthält, dass es neben dem männlichen Idealsein noch was Aufregenderes und Lebendigeres gibt.“Tja, Sarkozy weiß wie der Hase läuft. Er hat nur ein Manko: Denn mehr als ein kleiner Mann, dem es egal ist was die Welt von ihm hält, „sext“ dennoch ein großer Mann, der sich einen Scheiß kümmert.Und damit einen schönen Gruß nach Österreich. 🙂