P1 – Tempel der Offensichtlichkeiten

Ich sags gleich vorweg: Ich war rein dienstlich im P1. Also nicht, dass jemand glaubt, ich hätte in einer Dienstagnacht nichts besseres zutun, als mich zwischen hunderten Models rumzutreiben, die sich mit den Champagner intravenös zuführen und sich kiloweise Koks in sämtliche Körperöffnungen stopfen.

Gestern war Sommerfest unter dem Motto „Flowerpower“. Man darf sich also alle Klischee-Outfits (Peace-Zeichen um den Hals, Stirnbänder, gigantische Sonnenbrillen etc.) vorstellen und die entsprechenden Leute reinstecken. Dazu läuft die Standard-Lorette-del-Mar-Partymusik (da war ich zwar nie, aber ich stells mir genau so vor) und fertig ist die Dekadenz-Sause.

Ich hasse Offensichtlichkeiten. Furchtbar, wenn alles genau so kommt, wie ich vermutet habe. Ein Essen sollte immer anders schmecken, als ich es erwarte. Ein Mann, der genau in die Schublade passt, in die ich ihn nach dem ersten Treffen stecke, langweilt mich.

Und so ist das P1. Alle meine Vorurteile wurden bestätigt. Die Menschen sind schön, selbstverliebt und halten sich für etwas Besonderes, weil sie auf einer Party sind, an deren Eingang eine Gästeliste über „in“ und „out“ entscheidet. Dabei war das gestern das Gewöhnlichste, was ich seit langem erlebt habe.

Doch man muss fair bleiben: Die Location ist beeindruckend. Ein risiger Tempel mit gigantischen Räumen und verwinkelten Bars. Draußen gibts Bühnen, Beduinenzelte und „Liege-Plätze“. Wenn sie da gute Musik spielen und normale Leute reinlassen würden, könnte man da öfter hingehen. Aber so? Ähm nein.

(Wer meine Partyfotos sehen will, möge diese auf entsprechender Nachrichten-Website suchen)