Deppenmagnet reloaded

Er ist wieder da. Der Deppenmagnet. Seit Monaten wundere ich mich wo er abgeblieben ist. Hab (für mich sehr ungewöhnlich) tatsächlich über knapp fünf Monate hinweg keinen Idioten getroffen. Also keinen, der von jeglicher äußerlicher Tarnung absieht und beim ersten Satz gleich jede Hoffnung auf Normalität zunichte macht. Doch das ist jetzt vorbei.

Der Deppenmagnet wirkt wieder und heute gleich in Form eines kleinen dicken Kroaten, der sich gleich mit der Begrüßung ins Abseits geschossen hat: „Hallo schöne Frau. Wir Kroaten sind zu dumm zum Komplimente machen. Wir meinen sie immer so“, blubberte es. Die Kauleiste war wie die Gemüseauslage eines Lidls Mittwochabend um fünf vor acht – ziemlich faulig. Da sitzt man also an einem Sonntagnachmittag mitten in Hamburg und genießt die letzte Sonne des Wochenendes und die erste richtige Sonne des ganzen Jahres und dann das. Und man fragt sich: Warum ich? Hamburg ist groß. Es wimmelt vor Menschen, die verzweifelter aussehen als ich. Ich sitz nur rum, werd langsam zum Grillhähnchen und les dabei Zeitung. Ich lieg nur auf der Bank, veröde mir mit dem Sonnenlicht die Netzhaut und hab seit circa 24 Stunden meine Haare nicht mehr gewaschen. Was also animiert Deppen darn, mich derartig blöd anzusprechen?? Er hat zu viel geredet, als dass ich irgendwo ein „Ähhh bitte verpiss dich.“ hätte einschieben können. Zum Eis wollte er mich einladen, Geld wollte er mir schicken, damit ich ihn mal besuche. Kroatischen Wein wollte er bestellen. Für mich und ihn. Wenn ich ihn mal besuche.

Nach gefühlten drei Stunden beschließt man dann doch mal, nicht weiter genervt werden zu wollen und legt diese philantropische Grundeinstellung ab. Spätestens nach seinem Versuch, mir die Hände zu massieren. „OOhhhhhhh ich will hier einfach nur meine Ruhe! Lesen! Sonst nichts!“

Und jetzt weiß ich zumindest was „Schlampe“ auf kroatisch heißt. Klang nach „Muscho“ oder so. Ach Männer. Alle gleich! Erst mutwillig nerven und dann pöbeln.