Ohne Musik im Ohr

Den ganzen Morgen rennt man durch die Wohnung und beschuldigt wahllos Menschen, die Kopfhörer für den iPod versteckt zu haben. Man krabbelt unter Tische, greift mit der Hand in Berge von Fusseln hinter dem Bett, schaut in der Mikrowelle nach. Warum auch immer. Nichts zu finden.

Ohne Musik im Ohr muss man dem dicken Grantler notgedrungen zuhören, der sich jeden Morgen aufs Neue bei dem Busfahrer über seinen miesen Job beschwert. Ohne Musik im Ohr hört man die Blödsinns-Gespräche („Ey die misch angekackt! Habsch gesagt: Kannst misch ma!“) pubertierender Pickeltransporter. Ohne Musik im Ohr nervt das Piepen der sich schließenden Zugtüren mehr als sowieso schon!!

Auf der Arbeit setzt man sich hin, fährt den Computer hoch. Es knackt… Na toll.

mmhhhhhhhh…

Zum Geburtstag wünsch ich mir übrigens DAS. Also nicht, dass ich sehr bald Geburtstag habe, aber hört sich sehr viel angenehmer Musik, wenn man nicht über ein Kabel stolpert, während mann durchs Zimmer springt. Der Laptop bedankt sich auch, wenn er nicht zum dritten Mal runtergeworfen wird.Wenn das Geschenk zu billig ist, tuts auch DAS mit entspechend architektonisch passendem Wohnraum dazu. Vorzugsweise in einer größeren Stadt, schön zentral, aber ruhig gelegen. Auf dem Dach eines Wolkenkratzers vielleicht… mit Wintergarten und Whirlpool. Das vier Quadratmeter große Bett lässt sich auf einer Schienenkonstruktion per Fernbedienung durch die Glasfassade auf das Sonnendeck fahren und ein kleiner Affe bringt dann das Frühstück: Sushi, Mousse au Chocolat und O-Saft (aber nur frisch gepresst).Dann macht irgendein Mann, dessen Körpermitte in etwa SO aussieht, Liegestütze auf besagter Dachterasse und animiert mich in keiner Weise dazu, auch nur im Entferntesten mitzumachen. Die Mittagssonne brutzelt mir das ein oder andere Lebensjahr vom Körper und danach gibts eine Flasche Bier aus dem lebenslangen Astra-Vorrat im Keller, die per Luftdruck durch ein Röhrensystem nach oben geschickt wird. Der Nachttisch (wir erinnern uns: ich liege immernoch im Bett, das auf dem Sonnedeck steht) öffnet sich und die Astra-Flasche erscheint – eiskalt. Ich spuck den Kronkorken vor die Nase von Mr. Universum: „Soo… und schön mit dem Mund aufheben… Och, noch n Versuch. So is brav!“ :)Sollte mehr Alkohol trinken. Nüchtern werd ich so maßlos…