Die Sache mit den Kindern

Ich war heute mit meiner lieben Kommilitonin Claudia im Kindergarten. Einem Ort, an dem ich seit gut 17 Jahren nicht mehr war. Das letzte Mal also zu meiner eigenen Kindergartenzeit.

Ich hatte bisher kein Bedürfnis jemals schwanger zu werden, geschweige denn einen Nachmittag mit Kindern zu verbringen und wurde heute Nachmittag in meiner Meinung über kleine Mitmenschen bestätigt. So holte Claudia „ihre“ Kinder (also die, für die sie babysittet) von der Kindertagesstätte ab und erster Konfliktpunkt war, dass sich der Kleinere von beiden (2 jahre alt) komplett eingeschifft hatte. Das war schlecht für ihn aber gut für mich, weil ich mich in meinen Ansichten bestätigt fühlte. Der Ältere (keine Ahnung wie alt, aber kommt bald in die Schule) machte keine Avancen mit nach Hause zu fahren, da er lieber noch spielen wolle und schmollte wie ich, nachdem man mir ne Tafel Schokolade wegnimmt. Bestätigung nummer zwei. Im Auto dann belanglose Unterhaltungen über fußballspielende 6-jährige und die Tatsache, dass der Kleine zu wildfremden Leuten Dinge sagt wie „Du stinkst nach eklich!“. Was ich unendlich toll finde. Werde diese Phrase bei nächster Gelegenheit auch anwenden.

Im Allgemeinen finde ich Unterhaltungen mit Kindern eher uninteressant und gähnig. Es geht entweder um Spielzeug, Essen oder schlafen. Die Gleichen Unterhaltungsthemen also, wie mit Männern: Playstation, Grillen und Sex…naja also fast die Gleichen.

Was ich auch nicht mag ist, wenn Kinder sich mit irgendwas vollschmieren. Schokolade ist ja noch ok. Da riechen sie wenigstens gut, aber was ist wenn sie sich mit schlimmeren Dingen dreckig machen. Hundescheiße zum Beispiel. Hatte ich einmal, aber da hats mich nicht gestört. War ja selbt erst vier.

Was mich immer traurig macht, sind im Auto wartende Väter vor Kindergärten. In mir steigt immer eine Vorstellung empor, die eine Ahung der Vergangenheit in sich birgt:

Sie: „Schatz ich bin schwanger“
Er (schweißgebadet): „Oh….wie schön!“ (in Gedanken: „Scheiße verdammt wie komm ich aus dem Mist wieder raus?!“)

Wieder in der Gegenwart angekommen sieht man Männer um die 30 in dunkelroten Mini-Vans mit Karohemden und kleinen Duftbäumen, die an den Rückspiegeln baumeln. Und das Leben plätschert nur so dahin..

Will man das wirklich gut finden? Es soll Frauen geben, die junge Väter mit kleinen Bälgern niedlich und irgendwie sexy finden. Ich nicht. Ich stell mir die Verzweiflung von vor ein paar Jahren vor und denke mir „Tja, Leben ist hart. Einmal nicht aufgepasst…“

Ich tue also jedem Erdenkind einen Gefallen und mute ihm nicht zu, mich vor meinem 35. Lebensjahr als Mutter ertragen zu müssen. Man möge mir gefälligst dafür danken!