Quoten, Klicks und Kohle

Heute im SWR: „Objektive“ Berichterstattung zum Thema Quotendruck in den Medien.

Tenor: Private Sendeanstalten und Verlagshäuser sind per se böse, niederträchtig profitgierig und würden am liebsten ARD und ZDF ganz von der Bildfläche verbannen (Wortspiel! Wuhu!) aber da das nicht möglich ist, doch dann wenigstens aus dem Internet fernhalten.

Dafür steht der Autor des Beitrags und sein Kampfschwadron des seriösen Journalismus. Alle Raffs, Schächters und Piels der deutschen Fernsehlandschaft wettern gegen die fiesen Privaten. Es wird natürlich DSDS aus der Mottenkiste gekramt, um das niveaulose Privatfernsehen zu unterschtreichen. Sat 1 schmeißt das Nachrichtenteam gleich komplett raus und im Internet bekommt man eh nur Klicks mit Titten. 

Da fragt man sich so nach einer halben Stunde Sendezeit: So what? So funktioniert das nunmal. Wettbewerb. Private buhlen um jeden mickrigen Zuschauer, sei er noch so hohl und unbedarft. Das geht am besten mit miesem, einfach gestricktem Programm. Die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Qualitätsanspruch (und die Verpflichtung dazu), und um den umzusetzen auch genügend Geld im Hintergrund. 

Hetze und „Kampagne“ gegen ARD und ZDF soll die Verlagslobby ausüben. Hetze gegen was? Qualität? Gegen die Tatsache, dass Werbeeinnahmen flöten gehen wenn die öffentlich-rechtlichen“Qualitäts-Internet“ betreiben? Glaubt doch kein Mensch, dass plötzlich jeder nur noch tagesschau.de klickt, nur weil er mitbekommen hat, dass die Inhalte dort von Korrespondenten aus der ganzen Welt recherchiert sind und man sich darauf verlassen kann, was da steht. 

Ich bin der Ansicht, dass die Online-Auftritte von ARD und ZDF ganz fein neben Privaten existieren können. Sowas nennt man Vielfalt und vielfältige Meinungen sind Grundpfeiler einer Demokratie. Spiegel-Chef (und ehemalige Chef von spiegel-online) Blumencron hat das schön zusammengefasst: Man betrachte das breitgefächerte Spektrum der Newsangebote im Internet mit Interesse. Es werde nur gefährlich denn die Öffentlichen zu viel Geld in ihr Online-Angebote fließen lassen und die anderen nicht mehr mitziehen können.

Und bis es soweit mal kommt, müssen die GEZ-Gebühren noch um einiges erhöht werden. Uns selbst wenn: Das wäre ein Anreiz für die Privaten, nicht auf Quoten, Klicks und Kohle, sondern auf Inhalt zu setzen. Wo wir wieder bei Wettbewerb werden. Qualitäts-Wettbewerb. Vielleicht der tiefere Sinn des Ganzen. 

Und ich hab noch nie erlebt, dass in einer Sendung der Interviewer öfter im Bild ist, als sein Gesprächspartner. Wie selbstverliebt kann man denn bitte sein?? Und dieses seltsame Zapping-Geräusch, jedes Mal wenn ein Textfeld eingeblendet wurde, hätts auch nicht gebraucht. Weglassen. Kostet auch nix.