{"id":84,"date":"2006-08-04T20:43:02","date_gmt":"2006-08-04T19:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/diegosch.wordpress.com\/?p=498"},"modified":"2008-04-05T12:44:06","modified_gmt":"2008-04-05T10:44:06","slug":"nachts-im-wald-mit-schinkenbeinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/nachts-im-wald-mit-schinkenbeinen\/","title":{"rendered":"Nachts im Wald mit Schinkenbeinen"},"content":{"rendered":"<p>Was macht man als Waldkind, wenn der Weg in die gro\u00dfe Stadt zu weit ist und man trotzdem was unternehmen will? Richtig! Man macht Unsinn.<br \/>\nSo bin ich gestern zur Abendd\u00e4mmerung mit meinem gesch\u00e4tzten Ex-Freund in den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulbacher_Park\" target=\"blank\">Eulbacher Park<\/a> eingebrochen.<br \/>\nDas klingt jetzt doch etwas spektakul\u00e4r. Wer jetzt an eine &#8222;Wir sind mit Machete zwischen den Z\u00e4hnen \u00fcber den Stacheldraht-Zaun geklettert&#8220;-Aktion denkt, der irrt sich. Anscheinend ist vorher schon mal jemand eingestiegen und der Zaun war an einer Stelle zerschnitten. Man konnte also einfach so einsteigen, ohne die Hose zu zerfetzen und so.  Ich habe extra Tarnkleidung angezogen &#8211; braunen Kapuzenpulli und gr\u00fcne Jacke. Ich war praktisch unsichtbar.<br \/>\nDass sich aber abends kein Mensch mehr in dem Park rumtreibt, au\u00dfer uns &#8211; zwei Verblendeter mit zwei Litern Wein im Gep\u00e4ck &#8211; macht das ganze Unterfangen doch weniger gef\u00e4hrlich als wir es uns erhofft hatten. Wir rechneten mit F\u00f6rstern und J\u00e4gern mit gr\u00fcnen H\u00fcten, die im Gebiet umherstreifen und uns ihre Rauhaardackel hinterherhetzen, sobald sie die F\u00e4rte gerochen haben. War aber keiner da au\u00dfer einer Wildsau hinter dem Gehegezaun. Und gott sei Dank war da eine Absperrung zwischen uns und dem Ungetier. Das klang n\u00e4mlich etwas anges\u00e4uert, als wir uns ihm n\u00e4herten.<br \/>\nDa alle Tiere anscheinend am 22 Uhr schlafen blieben uns nur noch die Enten  im Weiher, die seltsame Ger\u00e4usche von sich gaben. Was die getrieben haben, konnte ich nicht erkennen, weil es finster war und irgendjemand (nicht ich!) hatte die Taschenlampe vergessen mitzunehmen.<br \/>\nDrei Stunden, zwei Flaschen Wein und etliche Gespr\u00e4che sp\u00e4ter, beschlossen wir wieder zur\u00fcck zu den Autos zu kraxeln. Was sich ohne Taschenlampe (die ich nicht vergessen hatte) und den kleinen gr\u00fcnen Flimmerdingern im Sichtfeld (kam wohl vom Wein) etwas schwierig war. Hab mir gew\u00fcnscht eine Katze zu sein. Die sehen n\u00e4mlich im Dunkeln ganz gut und sind auch nie betrunken. Also jedenfalls die Katzen, die ich kenne.<br \/>\nDas gef\u00e4hrlichste Unterfangen waren die 17 Minuten Autofahrt nach Hause. Bin heil angekommen, also macht euch keine Sorgen! Naja, macht ja eh kaum jemand.<\/p>\n<p>Was das alles mit Schinkenbeinen zutun hat? Mein Ex-Freund bezichtigt mich des Schinkenbein-Habens. Und nein, das ist seltsamerweise nicht der Grund warum wir nicht mehr zusammen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht man als Waldkind, wenn der Weg in die gro\u00dfe Stadt zu weit ist und man trotzdem was unternehmen will? Richtig! Man macht Unsinn. So bin ich gestern zur Abendd\u00e4mmerung mit meinem gesch\u00e4tzten Ex-Freund in den Eulbacher Park eingebrochen. Das klingt jetzt doch etwas spektakul\u00e4r. Wer jetzt an eine &#8222;Wir sind mit Machete zwischen den Z\u00e4hnen \u00fcber den Stacheldraht-Zaun geklettert&#8220;-Aktion denkt, der irrt sich. 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