{"id":785,"date":"2008-09-08T14:17:18","date_gmt":"2008-09-08T12:17:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pia-roeder.de\/?p=785"},"modified":"2012-12-31T08:58:44","modified_gmt":"2012-12-31T07:58:44","slug":"in-hamburg-gelernt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/in-hamburg-gelernt\/","title":{"rendered":"In Hamburg gelernt"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem Wochenende in Deutschlands sch\u00f6nster Stadt erlangt man Erkenntnisse, die man vorher noch nicht hatte (auf die man aber zum Teil sehnlichst gewartet hat):<\/p>\n<p>&#8211; Es kommt nicht darauf an was man sagt, sondern wie. So kann man\u00a0 sich getrost mehre Minuten v\u00f6llig grundlos mit einem Pr\u00fcfungsgremium \u00fcber <strong>Schweineh\u00e4lften<\/strong> und den Naturalientausch im <strong>zweiten Weltkrieg<\/strong> unterhalten und bekommt den ersehnten Job trotzdem. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Gl\u00fcckwunsch!<\/p>\n<p>&#8211; Man kann irgendwo zwischen Neuem Pferdemarkt und Kiez im &#8222;<strong>Gulasch-Club<\/strong>&#8220; (nicht Club&#8230; irgendwie anders&#8230; aber Gulasch stimmt) nachts um halb eins <strong>Kunst <\/strong>erstehen. Meint jedenfalls ein betrunkener aber kultivierter Mensch mit lockigem Haar. Was f\u00fcr Kunst er gekauft hat, wei\u00df ich nicht. Wahrscheinlich barocke Bilderrahmen, die schwarz lackiert sind und Beuys-Kunstwerke aus Fett, Pizzabelag und Schn\u00fcrsenkeln &#8211; Hamburgzeug eben.<\/p>\n<p>&#8211; Man braucht an einem Abend in Hamburg etwa zw\u00f6lf Euro, um angenehm betrunken zu werden. Das reicht f\u00fcr sechs <strong>Caipi<\/strong> oder sechs Astra, oder vier Astra und zwei Caipi, oder vier Astra, einen Caipi und zwei <strong>Korn<\/strong>. Oder f\u00fcnf <strong>Astra<\/strong> und einen Caipi. Oder acht Korn, ein Aastra und einen Caipi&#8230; etc.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn man\u00a0zwanzig Cent in einen Brunnen wirft und sich was w\u00fcnscht, kann es sein, dass der Wunsch etwa zwei Stunden sp\u00e4ter schon in Erf\u00fcllung geht. Man wird dann so melancholisch feucht in den Augen, wenn man mit der Hafenf\u00e4hre vorbei am <strong>Elbstrand<\/strong> f\u00e4hrt. Kann aber auch am Gegenwind liegen.<\/p>\n<p>&#8211; Liebe ist wie <strong>Windpocken<\/strong>. Man muss sie ausschwitzen. Es juckt tierisch und nervt einige Wochen (Monate) und wenn es vorbei ist, bekommt man sie nie mehr und ist immun &#8211; auch wenn der Erreger direkt vor einem sitzt und Bier trinkt. Demnach ist Liebe auch irgendwie wie <strong>Masern<\/strong>,<strong> R\u00f6teln <\/strong>oder <strong>Mumps<\/strong>. Nur immer ein anderer Erreger. Hatte ich aber alles nie. Kann also noch lustig werden.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Elefanten<\/strong> sterben einen qualvollen Tod, wenn man sie mit <strong>Butterkeksen<\/strong> f\u00fcttert. Dieser Tatsache muss man ganz n\u00fcchtern ins Auge blicken. Is einfach so.<\/p>\n<p>&#8211; Menschen sterben hingegen nicht, wenn sie sich innerhalb von sechs Stunden zwei Marmeladen-Coissants, ein W\u00fcrstchen mit Senf, einen Hotdog mit allen widerlichen Zutaten, ein <strong>Matjesbr\u00f6tchen<\/strong> mit Zwiebeln, Pommes mit Ketchup und Ingwer-Haselnuss-Eis reinstopfen und danach 1,5 Liter Apfelschorle auf ex trinken.\u00a0 Aber\u00a0ihnen wird v\u00f6llig verdient <strong>kotz\u00fcbel <\/strong>davon.<\/p>\n<p>&#8211; Man darf zwei angetrunkene M\u00e4dels niemals nachts um halb zwei\u00a0alleine vor einer Kneipe im <strong>Portugiesen-Viertel<\/strong> sitzen lassen (schei\u00df egal, wie fr\u00fch der Flieger geht!). Besonders nicht wenn eine davon ein <strong>Deppenmagnet<\/strong> ist. Es tauchen seltsame Gestalten auf&#8230;<\/p>\n<p><em>Jaaa, W\u00f6rter fetten macht Spa\u00df.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem Wochenende in Deutschlands sch\u00f6nster Stadt erlangt man Erkenntnisse, die man vorher noch nicht hatte (auf die man aber zum Teil sehnlichst gewartet hat): &#8211; Es kommt nicht darauf an was man sagt, sondern wie. So kann man\u00a0 sich getrost mehre Minuten v\u00f6llig grundlos mit einem Pr\u00fcfungsgremium \u00fcber Schweineh\u00e4lften und den Naturalientausch im zweiten Weltkrieg unterhalten und bekommt den ersehnten Job trotzdem. 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