{"id":525,"date":"2008-03-19T17:38:21","date_gmt":"2008-03-19T16:38:21","guid":{"rendered":"http:\/\/diegosch.wordpress.com\/?p=17"},"modified":"2008-03-19T17:38:21","modified_gmt":"2008-03-19T16:38:21","slug":"do-not-disturb-ganz-bewusst-ohne-please","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/do-not-disturb-ganz-bewusst-ohne-please\/","title":{"rendered":"Do not disturb!!! (Ganz bewusst ohne &#8222;please&#8220;)"},"content":{"rendered":"<p>Ich hasse es, wenn man mich im Zug nicht in Ruhe lesen l\u00e4sst. Ich hasse es wirklich. Da sitze ich schon m\u00f6glichst seperat, baue auf dem Platz neben mir mittels Tasche, und Jacke ein Schutzschild gegen potentielle Banknachbarn auf und trotzdem f\u00fchlen sich manche Menschen eingeladen, sich neben mich zu setzen. Auch wenn das Abteil halb leer ist!!!Normalerweise schlage ich dann \u00fcbertrieben heftig meine Zeitschrift\/Zeitung zu, klemme sie mit einer theatralischen Geste zwischen Oberschenkel und Sitz und r\u00e4ume betont langsam meinen Kram beiseite. Der St\u00f6renfried bekommt ein mattes L\u00e4cheln bevor ich meine Lekt\u00fcre ruckartig wieder aufschlage und besonders laut umbl\u00e4ttere. Ein divenhaftes Seufzen kombiniert mit einem Kopfsch\u00fctteln rundet dann in der Regel die Vorstellung ab.Sofern der Eindringling nicht unbedingt kommunikativ sein will und anf\u00e4ngt zu reden. Mit mir. Wei\u00df der Teufel warum. Normalerweise antworte ich knapp mit &#8222;Aaahja&#8230;&#8220; oder &#8222;Aha, ja so ist das&#8230;&#8220;, den Blick immer sch\u00f6n auf die Seiten gerichtet. Das funktioniert auch ganz gut. Nach ein paar Minuten f\u00e4llt dann auch dem letzten Idioten auf, dass ich absolut kein Interesse an Unterhaltungen \u00fcber das Wetter oder die Zugverbindung nach Frankfurt habe. Weil: am Wetter kann man sowieso nichts \u00e4ndern und solang ich in Frankfurt ankomme, ist mir auch ziemlich egal seit wann das Bahn-Unternehmen schon die Strecke genau so abf\u00e4hrt wie sie sie abf\u00e4hrt.Das klappt eigentlich immer. Au\u00dfer bei einer bestimmten Art von Mitmensch: Sie ist weiblich, zwischen 68 und 120, geht am Stock und tr\u00e4gt einen Hut, um die Seniorendauerwelle vor Wind und Wetter zu sch\u00fctzen. Wenn alte Damen m\u00fchsam angewackselt kommen und so nett l\u00e4cheln, kann man einfach nicht anders, als auch nett zu sein. Das ist wie mit kleinen Kindern. Wenn die lachen, muss man ja auch lachen. Mit denen f\u00e4ngt man auch zwangsl\u00e4ufig an zu spielen, wenn sie sich neben einen setzen. Nun, ich hab mit der alten Frau nicht Ringelrei getanzt. Aber ich bin zumindest schon mal nicht ausgeflippt als sie &#8222;Ahje, schneit ja drau\u00dfen!&#8220; gesagt hat. Stattdessen habe ich brav meinen Spiegel beiseite gelegt und &#8222;Jaaaa, wird mal Zeit, dass es Fr\u00fchling wird. Bl\u00fcht ja schon alles.&#8220; geantwortet. Dann erz\u00e4hlte sie mir v\u00f6llig ohne thematische \u00dcberleitung von ihrer Schwiegertochter, die an Brustkrebs leidet. Das traf mich dann doch recht unvorbereitet. Der Spiegel wanderte in die Tasche, K\u00f6hler und Konsorten k\u00f6nnen warten. Noch 20 Minuten bis Frankfurt\/Main Hauptbahnhof.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hasse es, wenn man mich im Zug nicht in Ruhe lesen l\u00e4sst. Ich hasse es wirklich. Da sitze ich schon m\u00f6glichst seperat, baue auf dem Platz neben mir mittels Tasche, und Jacke ein Schutzschild gegen potentielle Banknachbarn auf und trotzdem f\u00fchlen sich manche Menschen eingeladen, sich neben mich zu setzen. 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