{"id":52,"date":"2008-02-14T23:59:59","date_gmt":"2008-02-14T21:59:59","guid":{"rendered":"http:\/\/diegosch.wordpress.com\/?p=38"},"modified":"2008-04-06T02:08:22","modified_gmt":"2008-04-06T00:08:22","slug":"mein-block","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/mein-block\/","title":{"rendered":"Mein Block"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte schon mehr Gelegenheitsjobs als richtige Arbeit. An Karneval hab ich als Lara Croft verkleidet auf dem Tresen w\u00e4hrend der \u00fcbelsten Halli-Galli-Drecksau-Party einen auf Coyote Ugly gemacht. Ich habe einen Monat lang in 12-Stunden-Schichten fauliges Obst von Flie\u00dfb\u00e4ndern sortiert. Um meinen F\u00fchrerschein zu finanzieren, habe ich sechs Wochen lang Schweinek\u00f6pfe in H\u00e4lften ges\u00e4gt und W\u00fcrste auf R\u00e4ucherwagen geh\u00e4ngt. Jahrelang habe ich Sch\u00fclern meine Englisch- und Deutschkenntnisse n\u00e4hergebracht. (Besser wurden sie durch mich nicht. Deshalb hatte ich auch dauernd neue, aber das ist eine andere Geschichte) Ich lasse so ziemlich nichts aus, um irgendwie meinen dekadenten Lebensstil zu finanzieren, der haupts\u00e4chlich aus dem Genuss von unendlich furchtbaren Mensa-Essen und Bier besteht. Ja ok, gebs zu: Ganz manchmal kauf ich mir auch was zum Anziehen. Ein bisschen M\u00e4dchen darf man ja auch noch sein.<\/p>\n<p>Jetzt bin ich eine neue Sprosse auf der immer steiler werdenden Karriereleiter empor geklettert: Ich bin Parkraumerheber. Das klingt jetzt so als sei ich Super Woman und w\u00fcrde gigantische Parkr\u00e4ume hochheben. Ganz so spektakul\u00e4r ist es dann doch nicht. Kraftraubend allerdings schon.<br \/>\nBei durchschnittlich drei Grad Celsius laufe ich acht Stunden lang um einen Wohnblock in Neu-Isenburg (ist garnicht so sch\u00f6n dort, wie man vielleicht glauben mag) und schreibe auf, wer denn da so parkt, wer wegf\u00e4hrt und wer sich auf den freigewordenen Platz stellt. Das ist stupide und m\u00fchsam, weil man die Finger nach einer gewissen Zeit nicht mehr bewegen kann. Was doof ist, da zu den Hauptqualifikationen die richtige Bedienung eines Bleistifts geh\u00f6rt (neben funktionierenden Beinen).<\/p>\n<p>Abgesehen davon tritt ein naheliegendes Alltagsproblem auf: Wo zum Teufel verschafft man sich Erleichterung in einem Wohngebiet, in dem vor zw\u00f6lf weder ein Kiosk, noch eine Kneipe offen hat??<br \/>\nWie gut, dass auf meiner Route eine Grundschule liegt und noch viel besser, dass ich eine Frau bin. Ein Mann, der den ganzen Tag um eingepferchte kleine Kinder rumschleicht und dann in einem unbemerkten Moment ins Geb\u00e4ude huscht, w\u00e4re ruck zuck festgenommen oder vom w\u00fctenden Mob gelyncht worden. Ich hingegen schlendere durch den Werkraum, wo die Kinderchen fr\u00f6hlich mit Knete und Wasserfarben rummatschen und lass mir die R\u00e4umlichkeiten zeigen.<br \/>\nUnd was muss ich feststellen: Auf der Toilette der Grundschule riechts nach Zigaretten!!! Rauchen die Kleinen heimlich auf dem Klo, w\u00e4hrend sie Schminktipps austauschen und sich die Bettgeschichten der letzten Nacht erz\u00e4hlen?? Ich hoff doch nicht! Bin schockiert! Was ist denn da los???<\/p>\n<p>Auf der Stra\u00dfe liegt ab zehn Uhr der M\u00fcll, vor den Hauseing\u00e4ngen lungern zwielichtige Gestalten rum &#8211; die mit Gehwagen und Toupets. Keine sch\u00f6ne Gegend. Wird Zeit, dass ich in meinem Block mal f\u00fcr Ordnung sorge. Am Samstag folgt die n\u00e4chste Schicht. Diesmal sind f\u00fcr morgens -7 Grad gemeldet. So unsexy es ist, aber ich glaube ich werde eine lange Unterhose anziehn m\u00fcssen, bevor sich die Beine auch noch verabschieden. Die haben heute schon schwer gelitten.<\/p>\n<p>Das meint mein <a href=\"http:\/\/thejumpingpoint.blogspot.com\/\" target=\"blank\">Kommilitone, Kollege und Lieblings-Italiener Dino<\/a> dazu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte schon mehr Gelegenheitsjobs als richtige Arbeit. An Karneval hab ich als Lara Croft verkleidet auf dem Tresen w\u00e4hrend der \u00fcbelsten Halli-Galli-Drecksau-Party einen auf Coyote Ugly gemacht. Ich habe einen Monat lang in 12-Stunden-Schichten fauliges Obst von Flie\u00dfb\u00e4ndern sortiert. Um meinen F\u00fchrerschein zu finanzieren, habe ich sechs Wochen lang Schweinek\u00f6pfe in H\u00e4lften ges\u00e4gt und W\u00fcrste auf R\u00e4ucherwagen geh\u00e4ngt. Jahrelang habe ich Sch\u00fclern meine Englisch- und Deutschkenntnisse n\u00e4hergebracht. (Besser wurden sie durch mich nicht. 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