{"id":470,"date":"2008-01-10T22:51:39","date_gmt":"2008-01-10T21:51:39","guid":{"rendered":"http:\/\/diegosch.wordpress.com\/?p=76"},"modified":"2008-01-10T22:51:39","modified_gmt":"2008-01-10T21:51:39","slug":"grnde-fr-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/grnde-fr-sommer\/","title":{"rendered":"Gr&#252;nde f&#252;r Sommer"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Sonne brennt auf der Haut.<\/b> High Noon und man wird gegrillt wie ein  H\u00e4hnchen. Nat\u00fcrlich ohne Sonnencreme. Das ist ja was f\u00fcr Pussys. Also ebnet man zwei Stunden lang den Weg zu einem ausgewachsenen Hautkrebs und unz\u00e4hligen Falten im Alter. Dabei aber immer sch\u00f6n die Augen zulassen. Netzhaut soll ja heil bleiben. Irgendwann wenn die Hitze unertr\u00e4glich wird, geht man wieder in die Wohnung und stellt sich vor den Spiegel: Sonnentroph\u00e4e begutachten. Der erste Bikinistreifen des Jahres. Wuhhuuuu!<b>Der D\u00f6ner des Sommers:<\/b> Saftig und man kann nicht reinbei\u00dfen, ohne sich irgendwie einzusauen. Nur das Wassermelonen-Flecken wesentlich besser auswaschbar sind als Knoblauchso\u00dfe. Idealerweise kleckert man sich sowieso halb nackt mit dem Obst voll. Und wer Wassermelone in W\u00fcrfel statt in Scheiben schneidet, verdient keinen Respekt. Am Wassermelone-Streifen von Ohr zu Ohr nach dem Abbei\u00dfen erkennt man den wahren Feinschmecker.<b>Einfach treiben lassen.<\/b> Augen schlie\u00dfen und das k\u00fchle Wasser genie\u00dfen, das \u00fcber den Bauch schwappt und sich in einem winzigen Teich im Nabel sammelt. Die Haare sehen unter der Oberfl\u00e4che wie Algen aus, sind ganz weich. M\u00fcckeln kitzeln an der Nase. Dann packt es einem am Fu\u00df, zieht einen in die Tiefe. Man japst nach Luft! &#8222;Penner!&#8220; Das gibt Rache!!!<b>Mittlerweile hat man die f\u00fcnfte Runde Hefe bestellt.<\/b> Der Biergarten ist auch jetzt um kurz nach 11 gut gef\u00fcllt. Lachen, bunte Laternen und das Laub \u00fcber einem, durch den der Wind raschelt. Das Licht is ged\u00e4mpft, die Gesichter sind weich. Man ist weder betrunken noch n\u00fcchtern und kaut gen\u00fcsslich auf einer halben Brezel rum. Irgendwann zieht man sich die Jacke \u00fcber. Wirs k\u00fchl langsam. Aber nur ein bisschen.<b>Die ersten Wolken ziehen auf.<\/b> Erst wenige, kleine. Noch knallt die Sonne erbarmungslos. Der Himmel zieht sich langsam zu. Es grollt. Eine dunkelgraue, fast violette Wand aus schweren Gewitterwolken schiebt sich vor die Sonne und die ersten Tropfen fallen. Sofort verdunsten sie auf dem hei\u00dfen Asphalt. Blitze zucken, ein ohrenbet\u00e4ubender Knall und es prasseln dicke Tropfen auf die Erde, die jedem Tropenregen auf Sumatra Konkurrenz machen. Schnell raus, barfu\u00df durch den Regen und tief einatmen. Der ganze Dreck der letzten Wochen l\u00f6st sich mit einem Mal. Die Luft ist wie reingewaschen. Und dann pl\u00f6tzlich h\u00f6rt es auf. Einfach so. Und Dampf steigt auf.<b>Es ist drei Uhr morgens.<\/b> Der vergangene Tag hat den Hitzerekord des vorigen geschlagen und die Nacht ist hei\u00df und stickig. Die Balkont\u00fcr ist offen, alibioffen &#8211; bringt eh nix. Die Grillen zirpen zu laut. An Schlaf ist nicht zu denken. Auch egal. In einer Stunde wird es sowieso hell. Also tapst man im Dunkeln auf den Balkon setzt sich in den Schaukelstuhl und legt die Beine auf das Gel\u00e4nder. Es riecht nach Heu. M\u00fcde reibt man sich die Augen und z\u00fcndet sich eine Zigarette an. Eigentlich raucht man ja nicht. Aber passt gerade so sch\u00f6n. Und langsam f\u00e4rbt sich der Himmel rot.(ich will Sommer&#8230;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sonne brennt auf der Haut. 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