{"id":420,"date":"2007-10-25T19:38:07","date_gmt":"2007-10-25T18:38:07","guid":{"rendered":"http:\/\/diegosch.wordpress.com\/?p=130"},"modified":"2007-10-25T19:38:07","modified_gmt":"2007-10-25T18:38:07","slug":"wems-noch-nicht-aufgefallen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/wems-noch-nicht-aufgefallen-ist\/","title":{"rendered":"Wems noch nicht aufgefallen ist"},"content":{"rendered":"<p>Das hier ist nicht mehr lustig. Also der Blog. Kurz und schmerzvoll muss man das einfach mal so n\u00fcchtern feststellen. Das hier war mal am\u00fcsant, ideenreich, locker und nett zu lesen. Ich wei\u00df das. Habs von vielen schon geh\u00f6rt. Aber ich habe meinen Groove verloren. Hab kein Spa\u00df mehr am Schreiben, keine Ideen. Der Wortwitz ist fl\u00f6ten gegangen und die Freude am gepflegten Schreib-Exhibitionismus is auch tot.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde sind plausibel: Nach einigen Monaten Einblick in die Medienbranche hab ich festgestellt, dass das wirkich nicht meine Welt ist. Es gibt tausend Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Ansicht. Einer davon ist die Tatsache, dass ich hier einfach nicht mehr planlos vor mich hinschreiben kann, weil es einfach unmittelbar Auswirkung auf alles hat, was ich beruflich tue und in Zukunft tuen werde. Irgendwie frisst mich das auf. Jetzt schon. Nach vier Monaten. Das hat nichts mit dem Praktikum an sich zutun. Liegt eigentlich nur an mir.<\/p>\n<p>Hab einfach keine Lust mich die n\u00e4chsten 40 Jahre ausschlie\u00dflich damit auseinander zu setzen, wie ich m\u00f6glichst viele wichtige Menschen kennenlernen kann, die mir in den journalistischen Olymp verhelfen k\u00f6nnten. Ich will nicht perfekt smalltalken k\u00f6nnen. Hab keine Lust meine Sprache komnplett auf Medien-Anglizismen umzustellen. Ich will einfach mal vergessen k\u00f6nnen, dass alles was ich von mir gebe auf die Goldwaage gelegt wird. Ich will wieder Zeitung lesen k\u00f6nnen, ohne dass ich dar\u00fcber nachdenke wie der Text aufgebaut ist und welche sprachlichen Kunstgriffe der Autor gemacht hat.<\/p>\n<p>Irgendwann hab ich Journalismus sehr idealistisch gesehen. Eine romantische Vorstellung des rasenden Reporters, der irgendwo hin f\u00e4hrt, schreibt, das in aller Eile an die Redaktion schickt und einfach Spa\u00df an dem hat, was er tut. Dabei ist es Business. Geld verdienen. M\u00f6glichst viel, m\u00f6glichst schnell. Sicher, das h\u00e4tte man sich auch so denken k\u00f6nnen, aber man ich habs mir anders vorgestellt als ich mit sieben am Spielfeldrand entlang gerannt bin und Privat-Reporterin f\u00fcr meinen Cousin gespielt habe, der auf dem Bolzplatz ein Tor nach dem anderen geschossen hat.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, dass man einfach von diesem ganzen Medienbrachen-Beiwerk nicht tangiert wird, w\u00e4re einfach gut zu sein. Sicher auftreten, Themen vorschlagen, schreiben. Allein mit K\u00f6nnen beeindrucken. Dann kann man sich das falsche Rumgedruchse einfach sparen. Die Leute sehen, dass man recherchieren kann, sich gerne mit Leuten unterh\u00e4lt und in Kontakt tritt. Dass man Ideen hat, begeistert ist von der Welt und dem Leben als solches. Und ganz wichtig: Dass man Informationen \u00e4u\u00dferst h\u00fcbsch zu Papier bringen kann. Aber verdammt. So ziemlich nichts davon trifft auf mich zu!!! Mir ist das Scheiben mal leicht gefallen. Jetzt qu\u00e4l ich mich irgendwie nur noch, weil ich merke, dass ein enormer Druck auf mir lastet, wenn ich mal so dar\u00fcber nachdenke, dass ich damit mal in naher Zukunft Geld verdienen muss.<\/p>\n<p>Kann mir mal bitte jemand einen anderen Beruf vorschlagen?! Spiele schon mit solchen \u00d6ko-Gedanken wie Goldschmiedin oder Staubigem wie Bibliothekarin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hier ist nicht mehr lustig. Also der Blog. Kurz und schmerzvoll muss man das einfach mal so n\u00fcchtern feststellen. Das hier war mal am\u00fcsant, ideenreich, locker und nett zu lesen. Ich wei\u00df das. Habs von vielen schon geh\u00f6rt. Aber ich habe meinen Groove verloren. Hab kein Spa\u00df mehr am Schreiben, keine Ideen. Der Wortwitz ist fl\u00f6ten gegangen und die Freude am gepflegten Schreib-Exhibitionismus is auch tot. 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