{"id":379,"date":"2007-09-07T21:43:11","date_gmt":"2007-09-07T20:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/diegosch.wordpress.com\/?p=172"},"modified":"2007-09-07T21:43:11","modified_gmt":"2007-09-07T20:43:11","slug":"trainieren-sex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/trainieren-sex\/","title":{"rendered":"Trainieren = Sex??"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt zwei Arten von Menschen, die ein Fittnesstudio besuchen. Zum einen diejenigen, denen es Spa\u00df macht. Die sich den ganzen Tag darauf freuen, abends in den diesen Tempel des kollektiven Schwitzens zu gehen. Die w\u00e4hrend des Trainings eine wohlige W\u00e4rme in sich sp\u00fcren, die von Endorphinsch\u00fcben berauscht einen Klimmzug nach dem anderen machen. Immer weiter pumpen und mit sich ringen und strampeln. Genau diese Menschen gehen danach mit dem Gef\u00fchl vollster Zufriedenheit nach Hause und sprechen von einem \u00fcbersinnlichen Rauschen im Kopf. Gleich dem gef\u00fchl als habe man &#8222;drei Tage lang <strike>durchgev\u00f6gelt<\/strike> guten Sex gehabt&#8220;. Ich wei\u00df das, ich kenne solche Menschen.<\/p>\n<p>Ja und dann gibt es noch so jemanden wie mich. Ich schaue so gegen vier Uhr auf die Uhr meines Rechners und denke dar\u00fcber nach, dass in circa drei Stunden wieder die endlos langwieligen Qualen in diesem stinkenden Raum, gef\u00fcllt mit komplett inakzeptablen Menschen, beginnt. Alle schwitzen und st\u00e4hlen sich obenrum zu viel und geistig zu wenig. Ich zwinge mich auf diesen elendigen Crosstrainer und schalte das Unget\u00fcm ein, das mir ab jetzt f\u00fcr mindestens eine halbe Stunde auf die Nerven geht. Um diese unbarmherzige digitale Zitanzeige nicht sehn zu m\u00fcssen, h\u00e4nge ich das Handtuch dar\u00fcber, schalte den ipod ein und versuche zu verdr\u00e4ngen, dass die Zeit langsamer vergeht als in meinem restlichen Leben. Ich gehe in der Regel nicht mit dem Gef\u00fchl unendlicher Gl\u00fcckseeligkeit nach Hause, sondern versuche den Gestank des verpickelten Typen, der die ganze Zeit neben mit friedlich vor sich hin gem\u00fcffelt hat, aus der Nase zu vertreiben. ich selbst sehe aus wie eine sonnengerifte Tomate und die Haare h\u00e4ngen ziemlich unbearbeitet und nass ins Gesicht. Von den durchgeschwitzen Klamotten, die netterweise den Anschein vermitteln, ich h\u00e4tte ich die Hose gemacht, mal ganz abgesehen.<\/p>\n<p>Nein ich kann nicht von mir sagen, dass ich berauscht werde, amour\u00f6se Gef\u00fchle hege oder in irgendeiner Form befriedigt bin, wenn ich vom Training komme. Mit gutem Sex kann ich das mit Sicherheit nicht vergleichen. Eher mit miesem: Man wei\u00df, man hat sich bewegt, aber kann nicht so recht den Sinn dahinter erkennen.<br \/>\nJedenfalls gehe ich nicht mit debilem Grinsen und einem Hinterkopf voller verfilzter Haare nach Hause und ich denk auch nicht den restlichen Abend dar\u00fcber nach wie ich jemals wieder ohne Schmerzen sitzen will. Es sei denn ich mach danach einen Abstecher zum Burger King (debiles Grinsen) und fahre auf einem Fahrrad mit unbequemen Sattel nach Hause (schmerzendes Hinterteil)&#8230; zu den Haaren f\u00e4llt mir nichts \u00c4quivalentes ein, aber vielleicht ist das auch ein Ph\u00e4nomen, dass nur mich begleitet&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt zwei Arten von Menschen, die ein Fittnesstudio besuchen. Zum einen diejenigen, denen es Spa\u00df macht. Die sich den ganzen Tag darauf freuen, abends in den diesen Tempel des kollektiven Schwitzens zu gehen. 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