{"id":3291,"date":"2012-01-22T18:31:56","date_gmt":"2012-01-22T17:31:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pia-roeder.de\/?p=3291"},"modified":"2013-12-23T12:47:34","modified_gmt":"2013-12-23T11:47:34","slug":"ein-wunderbarer-lebenspartner-in-tel-aviv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/ein-wunderbarer-lebenspartner-in-tel-aviv\/","title":{"rendered":"Guten Morgen, wunderbarer Lebenspartner!"},"content":{"rendered":"<p>Keine Sorge, dieses Blog verkommt nicht zu einer Ansammlung von Besprechungen halbguter Literatur. Ich habe<a title=\"Guten Morgen, Tel Aviv! - Amazon\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?index=books&amp;linkCode=qs&amp;keywords=3453602099\" target=\"blank\"> &#8222;Guten Morgen, Tel Aviv!&#8220;<\/a> zu Weihnachten bekommen und da das gut zu meiner bevorstehenden Reise passt&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zur Autorin: Die ist genau so alt wie ich (also nicht alt), macht auch was mit Medien und hat vermutlich, ganz im Gegensatz zu mir, gro\u00dfen Spa\u00df an dem ganzen Zirkus. Warum sonst w\u00fcrde sie sonst Kolumnen f\u00fcr eine Israelische Zeitung schreiben, auf Empf\u00e4ngen rumspringen, bei denen auch Cem \u00d6zdemir (der \u00fcbrigens &#8211; Achtung, Smalltalk-Wissen &#8211; mit einer Argentinischen Journalistin namens Pia verheiratet ist! ) anwesend ist, <a title=\"tel-aviv.welt.de\" href=\"http:\/\/tel-aviv.welt.de\/\" target=\"_blank\">einen Blog zu ihrem Buch<\/a>\u00a0aufsetzen oder\u00a0<a title=\"Guten Morgen, Tel Aviv! auf Facebook\" href=\"http:\/\/de-de.facebook.com\/Guten.Morgen.Tel.Aviv\" target=\"_blank\">das nat\u00fcrlich auch auf Facebook<\/a> promoten? Was ich damit sagen will: Junge Medientanten, die B\u00fccher verfassen, wecken bei mir immer erstmal Misstrauen. \u00dcber was sollen die H\u00fchner schon schreiben? Da kann doch nix bei rauskommen, au\u00dfer altkluges, selbstverliebtes und gestelzt-witziges Zeug &#8211; also praktisch so etwas wie dieser Blog hier.<\/p>\n<p>Das Gute an ihrem Buch: Man kann es innerhalb von drei Stunden lesen. Sofern nicht gerade der Fasnet-Verein Oberuhldingen gegen\u00fcber eine Apr\u00e9s-Ski-Ballermann-Party veranstaltet, bei der lautstart Sternstunden deutscher Musikkultur wie &#8222;Anton aus Tirol&#8220; und &#8222;10 nackte Fris\u00f6sen&#8220; aus den Boxen wummern. (Oh Gott, ich muss hier weg!) Noch ein Vorteil: Man erf\u00e4hrt in &#8222;Guten Morgen, Tel Aviv!&#8220; viel \u00fcber die j\u00fcdische Kultur aus der Perspektive einer deutschen Exilantin: \u00dcber das schlechte Gewissen wegen des ganzen Holocaust-Mists, \u00fcber den Kulturschock beim Zusammentreffen mit Ultraorthodoxen Juden oder arabischen Proleten und sowieso ist alles laut und konfus in Israel und jeder br\u00fcllt rum.<\/p>\n<p>Was mich ein ganz klein wenig nervt &#8211; nein, was mir eigentlich unfassbar auf den Zeiger geht &#8211; ist der permanente Hinweis darauf, warum die Autorin eigentlich nach Israel ausgewandert ist. Gibt ja eigentlich nur zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder man geht wegen der Arbeit oder wegen der Liebe. Bei ihr ist Letzteres der Fall und sie bem\u00fcht sich kein bisschen, das zu verheimlichen. In jedem einzelnen der ingesamt 64 kurzen Kapitel erw\u00e4hnt sie mindestens einmal ihren isralischen Freund. Mal unter den Synoym &#8222;wunderbarer Lebenspartner&#8220;, mal als &#8222;wunderbaren Lebensfreund&#8220;. Das k\u00f6nnte man literarisch ganz &#8222;wunderbar&#8220; als Running-Gag verwerten, da es sich so stringent durch das ganze Buch zieht. Aber da sie nicht einmal in der <a title=\"Gwyneth-Paltrow sagt danke\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NG9p1FFwxb0\">Gwyneth-Paltrow-artigen Danksagung<\/a> zum Schluss darauf verzichtet, ihrem &#8222;wunderbaren Lebenspartner&#8220; zu danken, l\u00e4sst mich schlussfolgern: Sie meint das toternst. Schade.<\/p>\n<p>Was ich mich dabei frage: Was tut man als Autorin, wenn man sein Erstlingswerk quasi ganz seinem Freund gewidmet hat, es aber irgendwann mal vorbei ist mit dem Liebeszauber? Wir alle wissen wie fragil zwischenmenschliche Beziehungen sein k\u00f6nnen. Da sitzt man auf einem Buch, in dem pausenlos von einem die Rede ist, der vielleicht nicht mal ein Jahr nach Erscheinen der Erstausgabe mit irgendeiner Tussi abgedampft ist. Dem hat man dann ein Buch gewidmet &#8211; also gr\u00f6\u00dfte Ehren zuteil werden lassen. W\u00fcrde mich unendlich \u00e4rgern.<\/p>\n<p>Aber vielleicht male ich da auch etwas zu schwarz, aber man muss ja realistisch bleiben.\u00a0Und ganz ehrlich: H\u00e4tte ich mich in einen Israeli verliebt, w\u00e4re ich f\u00fcr ihn nach Tel Aviv gezogen und w\u00fcrde er nicht nach drei Monaten das Weite suchen, w\u00fcrde ich wom\u00f6glich auch ein ganzes Buch dar\u00fcber schreiben. Vielleicht sogar zwei. So macht man das wohl mit Mitte\/Ende zwanzig.<\/p>\n<p>Ein Grund, warum man mit dem B\u00fccherschreiben erst viel sp\u00e4ter anfangen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Sorge, dieses Blog verkommt nicht zu einer Ansammlung von Besprechungen halbguter Literatur. 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