{"id":2734,"date":"2010-09-27T22:15:37","date_gmt":"2010-09-27T20:15:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pia-roeder.de\/?p=2734"},"modified":"2012-11-19T13:28:20","modified_gmt":"2012-11-19T12:28:20","slug":"jung-und-dumm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/jung-und-dumm\/","title":{"rendered":"Jung und dumm"},"content":{"rendered":"<p>In letzter Zeit erz\u00e4hlen mir dauernd Leute, dass sie w\u00e4hrend ihres Studiums das Latinum im Turbo-Tempo nachholen mussten, weil sie es nie in der Schule hatten.<\/p>\n<p>Richtig so! Also nicht richtig, das in einem Affenzahn durchzuziehen. Aber richtig, Latein mit Mitte zwanzig zu lernen. Da wei\u00df man das wenigstens zu sch\u00e4tzen. Als ich mit Latein angefangen habe, war ich zw\u00f6lf. Sieben Jahre sp\u00e4ter habe ich das Fach entnervt abgew\u00e4hlt, weil ich mies darin war.<\/p>\n<p>Interessiert hat&#8217;s mich schon. Irgendwie. Aber ich hab damals nicht begriffen, was f\u00fcr ein Schatz da vor mir liegt. Und dass da ein Mensch vor der Tafel steht, der wirklich alles versucht, damit ich aus diesem Schatz den gr\u00f6\u00dft m\u00f6glichen Nutzen ziehe. An dieser Stelle ein gro\u00dfes Danke an Herrn Wolter und auch eine Entschuldigung: Ich war damals zu jung und konnte nicht ermessen, wie toll Latein eigentlich ist!<\/p>\n<p>Ich bin ja daf\u00fcr, dass man erst mit zwanzig eingeschult wird. Daf\u00fcr sollte man nat\u00fcrlich auch entsprechend l\u00e4nger leben. Was man die ersten zwei Jahrzehnte seines Lebens anstellt, muss jeder selbst wissen. Aber Schule gibt&#8217;s erst, wenn man so viel Lebenserfahrung gesammelt hat, dass man versteht, das alles (also ALLES!), was man in der Schule lernt, unfassbar wichtig ist. Ja sogar Mathe. Irgendwie.<\/p>\n<p>Man ist generell f\u00fcr alles zu jung, wenn man&#8217;s macht. Im Teenager-Alter s\u00e4uft man zu viel, weil man glaubt, Alkohol trinken zu m\u00fcssen, um voll zu werden. Erst sp\u00e4ter begreift man, dass der Spruch eigentlich &#8222;komplett besoffen ist rausgeschmissenes Geld&#8220; hei\u00dfen muss. W\u00e4hrend des Studiums darf man richtig tolle Praktika machen und zeigen, was in einem steckt. Stattdessen geht man jeden Abend feiern, schl\u00e4gt hundem\u00fcde auf der Arbeit auf und kriegt den Kopf nicht f\u00fcr wichtige Arbeiten zusammen. Anfang zwanzig trifft man die gro\u00dfe Liebe und verbockt es nat\u00fcrlich so richtig, weil man einfach noch nicht tough genug ist. etc. pp.<\/p>\n<p>Nicht, dass man jetzt mit 25 viel schlauer w\u00e4re. Ich garantiere: In zehn Jahren schaut man wieder zur\u00fcck und stellt fest: d&#8217;oh!<\/p>\n<p>In dem Sinne: Carpe <span style=\"text-decoration: line-through;\">vidam<\/span> vitam.<\/p>\n<p><small>Bild: <a title=\"M@rg auf Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/gebala\/524803905\/#\/\" target=\"_blank\">M@rg<\/a><small><\/small><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit erz\u00e4hlen mir dauernd Leute, dass sie w\u00e4hrend ihres Studiums das Latinum im Turbo-Tempo nachholen mussten, weil sie es nie in der Schule hatten. Richtig so! Also nicht richtig, das in einem Affenzahn durchzuziehen. Aber richtig, Latein mit Mitte zwanzig zu lernen. Da wei\u00df man das wenigstens zu sch\u00e4tzen. Als ich mit Latein angefangen habe, war ich zw\u00f6lf. Sieben Jahre sp\u00e4ter habe ich das Fach entnervt abgew\u00e4hlt, weil ich mies darin war. Interessiert hat&#8217;s mich schon. Irgendwie. 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