{"id":2637,"date":"2010-08-04T18:00:14","date_gmt":"2010-08-04T16:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pia-roeder.de\/?p=2637"},"modified":"2010-08-05T10:07:27","modified_gmt":"2010-08-05T08:07:27","slug":"axel-hack-hat-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/axel-hack-hat-angst\/","title":{"rendered":"Auch Axel Hacke hat Angst"},"content":{"rendered":"<p>Wer nachmittags fern sieht ist entweder arbeitslos oder arbeitet beim Fernsehen. Ich geh\u00f6re (noch) zu Ersterem (zu Zweiterem im \u00dcbrigen in naher Zukunft auch nicht), dr\u00fcck mich dann aber doch erfolgreich vor barbarasalesch&#8217;schem Do-it-your-self-Auswanderern sondern schau was Interessantes.<\/p>\n<p>Eben gerade kam auf EinsFestival <a title=\"Ein Tag im Leben von Axel Hacke\" href=\" http:\/\/www.einsfestival.de\/dokumentation_reportage\/highlights\/2010\/kw_31\/musik.jsp\" target=\"_blank\">eine sehr sehenswerte Reportage<\/a> \u00fcber meinen Lieblingskolumnisten <a title=\"axelhacke.de\" href=\"http:\/\/axelhacke.de\/\" target=\"_blank\">Axel Hacke<\/a>*. Den hab ich immer gern gelesen als ich noch Student und nicht erwerbslos war und mir ein Wochenend-Abo der S\u00fcddeutschen Zeitung leisten konnte.<\/p>\n<p>Sicher, wer brauch heute noch ein Zeitungsabo. Ich k\u00f6nnte seine Texte auch <a title=\"SZ Magazin - Axel Hacke\" href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/liste\/l\/5\" target=\"_blank\">online<\/a> lesen aber ich hab keine Lust, meinen Laptop mit auf den Balkon zu nehmen, meine Brille (die ich NUR zum Fernsehen und am Computer brauche!) aufzusetzen und mit M\u00fche den Mauszeiger zu bewegen, weil ich n\u00e4mlich auf meinem entspiegelten Bildschirm nichts sehe, wenn sie Sonne drauf scheint. Das st\u00f6rt mein Lesevergn\u00fcgen immens. Au\u00dferdem mag ich Papier.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei. &#8222;Ein Tag mit Axel Hacke&#8220; war deshalb so interessant, weil ich jetzt wei\u00df, dass der Mann, der immer so lustig \u00fcber das Leben schreibt, auch privat ein ganz spa\u00dfiger Zeitgenosse zu sein scheint. Ist ja nicht immer so. Ich bin auch ein gro\u00dfer <a title=\"Max Goldt - Katz und Goldt\" href=\"http:\/\/www.katzundgoldt.de\/index2.htm\" target=\"_blank\">Max Goldt<\/a>-Fan. Dreimal war ich bisher bei seinen Lesungen und gehe immer mit dem Gef\u00fchl, dass der privat eher unspa\u00dfig ist. Aber das wei\u00df ich nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p>Axel Hacke wei\u00df viel Schlaues zu erz\u00e4hlen. Muss man ja als Journalist. Zumindest als gut bezahlter mit hoher Reputation. Er hat in der Sendung bei einem Cappuccino in einem stinknormalen M\u00fcnchner Caf\u00e9 etwas gesagt, das mich zum einen wundert, das ich aber zum andern auch voll unterschreiben kann: &#8222;Jeder Autor hat Angst davor, den Computer anzuschalten und die leeren Seiten f\u00fcllen zu m\u00fcssen&#8220;.<\/p>\n<p>Es wundert mich, weil er (sicher) einen Haufen Geld damit verdient, Leute zu am\u00fcsieren und das auch jede Woche aufs neue schafft. Also kein Grund, Angst zu haben. Ich kann es aber unterschreiben, weil es mir genau so geht. Immer diese Gedanken, wenn man mit flauem Gef\u00fchl im Magen die Mail an die Redaktion mit den neusten geistigen Erg\u00fcssen abschickt: &#8222;Was, wenn was nicht stimmt? Will das \u00fcberhaupt irgendjemand lesen? Hab ich alles richtig gemacht?&#8220; Beschwerden kamen nie. Nun ja, einmal hab ich bei einem Dorffest auf einem Bauernhof in meinem Artikel keine Werbung f\u00fcr die dort vorgestellte, vollautomatische Melkmaschine gemacht. Eine, die die Euter der K\u00fche scannt und dann genau wei\u00df, wo sie die Saugstutzen zum melken ansetzen muss. Der betreffende Bauer hat sich deshalb bei meinem Chefredakteur beschwert, woraufhin dieser mich angerufen hat und wissen wollte, was da los war. Wir haben viel gelacht.<\/p>\n<p>Axel Hacke hat also auch Angst vorm Schreiben. Wundervoll. Ob Axel Hacke schon immer Angst vorm Schreiben hatte? Auch mit Mitte 20, als er sicher voller Elan und Tatendrang als Jungredakteur bei der S\u00fcddeutschen anfing? Darf man am Anfang seiner Karriere \u00fcberhaupt Angst haben? Oder ist das erst okay, wenn man eh alles erreicht hat. Oder ist Angst gerade dann \u00fcberfl\u00fcssig, weil man ja eh wei\u00df, dass man gut ist.<\/p>\n<p>Am Schluss der Sendung, als man Axel Hacke bei einer Lesung auf der B\u00fchne sah, erkl\u00e4rte er dem Publikum, dass die Veranstaltung gefilmt w\u00fcrde &#8211; aus therapeutischen Gr\u00fcnden zur Steigerung seines Selbstbewusstseins. Vielleicht sollte ich mal bei der ARD anfragen und um einen Beitrag \u00fcber meine Person bitten. Nur: Interessiert das \u00fcberhaupt jemanden?<\/p>\n<p><small>* Bild 3. Und die Mediathek der ARD sollte vielleicht nochmal \u00fcberarbitet werden, sonst h\u00e4tte ich an dieser Stelle einfang auf die Sendung verlinkt.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer nachmittags fern sieht ist entweder arbeitslos oder arbeitet beim Fernsehen. 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