{"id":2023,"date":"2009-11-13T22:19:29","date_gmt":"2009-11-14T00:19:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pia-roeder.de\/?p=2023"},"modified":"2013-03-20T11:17:15","modified_gmt":"2013-03-20T10:17:15","slug":"la-gente-y-sus-peculiaridades","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pia-roeder.de\/de\/la-gente-y-sus-peculiaridades\/","title":{"rendered":"La gente y sus peculiaridades"},"content":{"rendered":"<p>Mir sind n\u00e4mlich ein Eigenheiten der Menschen hier aufgefallen. (Abgesehen davon, dass sie meist klein sind und man sich ein bisschen wie ein Elefant f\u00fchlt.) <\/p>\n<p>1. Zum einen stehen Argentinier unfassbar gerne an. Sie bilden Schlangen f\u00fcr alles. Beim B\u00e4cker, vor Plattenl\u00e4den, nat\u00fcrlich vor \u00f6ffentlichen Toiletten. An Bushaltestellen reihen sie sich auf wie wir damals in der dritten Klasse als wir auf den Schulbus gewartet haben. Rumrennen war nicht und wenn dann muss der Ranzen den Platz in der Schlange feihalten. Das geht in Buenos Aires nat\u00fcrlich nicht. Die w\u00e4r schneller weg, als man &#8222;Fang mich!&#8220; sagen kann. Is auch so albern in Buenos Aires morgens um halb neun fangen zu spielen. Joa&#8230;\u00e4hm ja wo war ich. Und wenn man einfach nur durch die Schlange will, wird man drauf hingewiesen sich anzustellen. Dabei will ich garnicht mit dem Bus fahren! Ich will einfach nur durch! <\/p>\n<p>2. P\u00e4rchen haben kein Zuhause. Sie liegen stattdessen zusammengekn\u00e4ult in Parks, meist unter braunen Jacken Decken aus denen Gliedma\u00dfen hevorschauen. Egal bei welchem Wetter. Der Park ist also gepflastert mit kleinen Menschenhaufen, die aus der ferne aussehen wie Darvins Schildkr\u00f6te. Was die unter den Decken machen, ist hochanst\u00e4ndig. Sie reden. Und schmusen. Das ist irgendwie s\u00fc\u00df.<\/p>\n<p>3. Gesch\u00e4ftsleute erkennt man in Deutschland in der Regel an Schlips und Kragen. Hier erkennt man sie an felendem Schlips und offenem Kragen. Argentinier mit besseren Jobs, also jene die nicht in der Einkaufsmeile Schuhe putzen oder B\u00fcrgersteige in Handarbeit aufmei\u00dfeln, tragen braune Mokkasins, Stoffhosen und weite Hemden mit hochgekr\u00e4mpelten \u00c4rmeln. Und nein icht auf die Dandy-Segelturn-Art. Sondern einfach auf die Ichwohnineinerwarmenstadtundmussmichtrotzdemgescheitanziehen alsoisdasjetztso-Art.<\/p>\n<p>4. Und jeden Tag legen mit f\u00fcnf verschiedene knopf\u00e4ugige Indiokinder irgendwelche rosa Klebebildchen auf mein Knie, w\u00e4hrend ich in der U-Bahn d\u00f6se. Und das machen die nicht nicht aus Spa\u00df an der Freude, sondern weil Mama und Papa glauben, dass man damit Geld verdienen kann. Wenn man n\u00e4mlich die Klebebildchen auch nur einen Zentimeter bewegt, muss man sie kaufen. Wenn nicht, sammelt sie das knopf\u00e4ugige Indiokind wieder ein und zieht weiter. Das is ne sch\u00e4bige Gesch\u00e4ftsidee, weil knopf\u00e4ugige Indiokinder dank ihrer Knopfaugen schon ziemlich s\u00fc\u00df sind. Aber hab langsam raus, mich einfach schlafend zu stellen und mein Knie im Takt zu den Ruckelbewegungen der U-Bahn mitzubewegen, damit die Klebebildchen nicht runterfallen. Ja und auch das is sch\u00e4big.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir sind n\u00e4mlich ein Eigenheiten der Menschen hier aufgefallen. (Abgesehen davon, dass sie meist klein sind und man sich ein bisschen wie ein Elefant f\u00fchlt.) 1. Zum einen stehen Argentinier unfassbar gerne an. Sie bilden Schlangen f\u00fcr alles. Beim B\u00e4cker, vor Plattenl\u00e4den, nat\u00fcrlich vor \u00f6ffentlichen Toiletten. An Bushaltestellen reihen sie sich auf wie wir damals in der dritten Klasse als wir auf den Schulbus gewartet haben. 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