Baltikum, es geht los!

So. Fuck this! Ich mach das jetzt einfach. Ich tu so als würde ich mit Schreiben NICHT mein Geld verdienen. Ich geb vor, dass ich meinen Spaß am Zusammenbasteln von schönen Worten, Kommata und Leerzeichen NICHT verloren hab und dass ich KEINE Angst vorm weißen Blatt hab. Ich behaupte einfach, es ist 2019, es läuft gerade nicht der größte PR-Gag aller Zeiten, alle dürfen reisen und ich komm gerade zurück von drei mega Wochen Baltikum und schreib darüber. Ganz locker, no pressure. Das muss nicht gut werden. Keiner bezahlt mich dafür, Clicks sind egal. So, es geht los …

Jemand hat mal mir mal erzählt, wie unglaublich schlimm er Flughäfen findet. Der Stress, das Hemd durchgeschwitzt, schnell zum Taxi, ab zum Kunden. Laptop dabei? Krawatte sitzt? Ahnung, was er da tut? Ja, ja, nein. Cheeeses … das hat mich traurig gemacht. Ich liebe Flughäfen! Vom krassgroßen JFK, der Feind aller Transitpassagiere, bis zu der Wellblechhütte mit Schotterpiste von Nukuʻalofa auf Tonga. Ok, war nicht ganz so schäbig, putzig eher. Ich bin immer schon drei Stunden vorher am Flughafen, einfach weil ich es dort so so sooo geil finde. Alle sind aufgeregt: Die Familie, die mit Sack und Pack, Kind und Kegel drei wohlverdiente Wochen all-inklusive nördlich von Lorette antritt. Die jetzt schon betrunkenen JGA-Mädels, die sich direkt in Lorette die Kante und diverse Raouls, Sergios und vielleicht auch Carmens geben. Und die Backpacker, die sich einfach auf ein paar Wochen/Monate/Jahre lmaa freuen. Das bin ich! Ich bin einer von denen, die sich wie oft schon dachten: Wisst ihr was? Ganz genau! Genau das könnt ihr mich. Ich bin raus. Tschö mit ö, Tschüssikowski, Hasta la vista. Nein, sowas sag ich nicht. Sorry, war nicht so gemeint.

Da steh ich also mit meinem Rucksack in Frankfurt, Terminal 1, Security zu Gate suchteuchwasaus. Wenn ich meinen Rucksack aufhab, bin ich zu Hause. Ich hab genau das dabei, was ich brauche. Nicht mehr, nicht weniger. Alles ist genau so gepackt, dass ich binnen Sekunden die wichtigsten Utensilien greifen kann: Lippenbalsam (ich krieg immer rissige Lippen, wenn ich zu wenig schlafe und aufgeregt bin. Und Reisen ist aufregend!), Reisepass und Taschenmesser/Pfefferspray, das ich natürlich „aus Versehen“ im Handgepäck „vergessen“ hab und in Beisein von Sicherheitspersonal in die Tonne kloppen darf. Aber egal! Es geht los!


Es ist Juli 2019. Ich lande in Vilnius und atme tief neue Luft ein. Luft von anderswo. Luft, von wo ich noch nie war und die jetzt für eine Zeit meine Lungen mit wertvollem, fremden Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch füllen darf. Herr Gott, ich freu mich.

To be continued (mit schönen Fotos aus Litauen) …

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