twittern für mehr lebensinhalt

Hach. Der Webzweinullgruppenzwang drängt mich dazu, auch irgendwas über Twitter zu sagen: Ich seh den Sinn nicht.  
 
Alle zwitschern. ER findets ganz fein, ER ist nach eigener Aussage twitter-süchtig. Scheinbar jeder lässt den Rest der Welt auf 140 Zeichen am täglichen Leben teilhaben. ER hat sogar das Twitter-Plugin heute Vormittag in den Blog eingebaut. Jetzt läuft ein täglicher Béla-Newsticker auf der Website. Microbloggin im Makroblog quasi.   
 
In einem Blog zieht man sich ohnehin schon aus (Die Gosch eingeschlossen). Muss man dann auch noch Kurzmitteilungen rausgeben? Telegramme vom Klo, vom Zahnarztstuhl, von der Supermarktkasse? Geht nämlich auch alles via Handy. Nach dem Motto: „Oh, gerade ist gar keiner da, dem ich erzählen kann, was ich gerade Belangloses tue. Warum schick ich nicht via SMS einen Statusbericht an Twitter und teile mein inhaltsloses Leben mit dem Rest der Welt??“  
 
Ja natürlich, nichts anderes macht man im Blog. Aber da hat man so viel Platz wie man braucht, um dem Ganzen ein sprachlich schönes Gewand zu geben. Man kann ein paar Multimedia-Schmankerl anzufügen. Es hat noch einen gewissen Wert. Nicht so ein schmutziger Twitter-Quickie.   
 
Fans erheben an dieser Stelle den Zeigefinger. Bei Konferenzen sehr es sehr von Vorteil. Internationale Businesspartner verfolgen sich in Twitter und kommunizierenin so über Kontinente. Mag sein. Aber wenn man sich mal so anschaut, wer denn da zwitschert, stellt man eines fest: Das sind keine Geschäftsleute, sondern normale Langweiler mit Miteilungsbedürfnis.
 
Wie Gero von Randow heute in seiner Videokolumne sagte: „Ich bin heute seit einem Jahr bei Twitter. Und ich hab keine Ahnung wieso.“

3 thoughts on “twittern für mehr lebensinhalt

  1. saripari

    Heh. Ich bin erst seit ein paar Wochen bei Twitter, und wirklich eher aus Langweile oder wenn mir ein Ein-Sätzer einfällt, der zu nichtig für den Blog ist. Vielleicht liegt’s auch am akuten Mangel an Freunden, denen ich eine SMS schicken kann, wer weiß. Andererseits, hat man viele Twitter-Freunde, kann man das Tool auch als Dienstleistung sehen. Man muss nur eine kurze Frage stellen und 2,3 Sekunden später hat man die Antwort dazu. Das ist quasi das bessere Google. Abhängig von den Leuten, aber geht schon.

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  2. Lange + Weile

    Danke! Endlich mal jemand der es ausspricht, neben all dem hype auf all den Weblogs. Ich peils einfach nicht, komisches Werkzeug. Lustig aber so… Web2.0 irgendwie 😀

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  3. Pia Post author

    ja genau… ich finds glaub ich dshalb aus prinzip schon scheiße…

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