Eine Nacht im Krankenbett

Eigentlich wollte ich nur im Auto auf dem Parkplatz vor dem alten Krankenhaus in Coromandel Town schlafen. Dann meinte Dave ich könne auch drinnen übernachten. Steht eh leer. Eine Reise zurück in die 50er in Bildern.

Viel zu erzählen gibt es nicht über das alte Krankenhaus. Ist halt alter Familienbesitz. Bis ’85 hat eine Ärztin hier die Stellung gehalten und die Leute im Ort so gut es geht medizinisch versorgt. Aber seit dem? Naja, kümmert sich ja keiner drum. Die Kommune hat kein Geld. Der Staat interessiert sich auch nicht sonderlich dafür. Jetzt steht die Kiste leer. Klar, man könnte schon was draus machen. Sally, die wohnt im Hinterhaus mit ihren Kids, die kümmert sich ein bisschen drum. Macht sauber und so. Ich bin ja die ganze Woche über arbeiten. Wenn die Verwandtschaft von Auckland rüberkommt, quartier die dort ein. Ist spannend für die Kinder. Die spielen verstecken in den Krankenzimmern.

Dave zuckt mit seinen wuchtigen Schultern und dreht den klobigen Schlüssel um. Die Gelenke der schweren Eingangstür ächzen, als er sie aufstößt. Drinnen riecht es nach Mottenkugeln und Klostein. Ich schlafe auf rosa Polyester. Irgendwo tropft ein Wasserhahn die ganze Nacht.

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