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Vor einem Jahr…

… ging’s auf auf zur verrücktesten Heimreise, die man so von Südamerika aus antreten kann. Johannes hat die letzten Tage mal ein paar Videos von der Atlantiküberfahrt online gestellt. Hier: der letzte Abend zwischen den British Virgin Islands. Es gab Nudeln all`arrabbiata einen tollen Sonnenuntergang und (bei mir zumindes) sehr viel Wehmut, dass die Zeit in Südamerika nach über einem halben Jahr vorbei war. Von da an waren wir 24 Tage auf See.

Wenn ich mal irgendwann eine Tocher haben sollte, die ganz nach mir schlägt. Also so spontan, unüberlegt, naiv und komplett durch ist, werd ich womöglich Amok laufen, wenn sie so einen Schwachsinn vor hat. Darum: Mama, ich kanns noch nicht so ganz, aber langsam doch in Ansätzen nachvollziehen, wie es dir in der Zeit ging. Respekt fürs nicht Durchdrehen.

Möcht die Erfahrung dennoch um nichts in der Welt missen 🙂

Gammeln auf Isla Margarita

Ich denke, die Bilder sprechen für sich…

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Buenos Aires – Isla Margarita… did it!

So, geschafft ! Von Buenos Aires nach Venezuela auf Isla Margarita in zwei Wochen. Zugegeben, hab nicht ganz meine Route eingehalten und einige Abkürzungen genommen.

Wer den Spaß auch mal machen will: Als kleines Servicestück hier meine Reise inklusive Busunternehmen Dauer und Preise (der Einfachheit halber in US$) aufgeschrieben:

Buenos Aires – Salta (20h)
Flecha Bus (70US$)

Salta – La Quaica (8h)
Andesmar (18US$)

Grenzübergang nach Bolivien: Mit dem Taxi zur Passkontrolle nach La Quaica. Vilazon liegt gleich daneben. Dort etwa 2 km bis zur Bahnstation laufen.

Vilazon – Uyuni (9h)
Tren Bolivia (22US$; gibts auch für 7US$, wenn man nicht erst morgens vor Abfahrt bucht).

Uyuni – La Paz (12h)
Omar (14US$)

La Paz – Puno (Perú) (6h)
Name vergessen, aber fahren alle für 10US$
Geht ein Shuttle direkt bis nach Copacabana an die Grenze. Dort einfach 300 Meter zu Fuß rüber. Im Idealfall wartet der Bus nach Puno schon dort.

Puno – Lima (22h wenn man nicht von streikenden Minenarbeitern aufgehalten wird…)
Cruz del Sur (72US$)
Gibts auch billiger mit Tepsa. Man muss nur erst mal nach Arequipa kommen und dort dann weiterbuchen.

Lima – Tumbes (20h)
Tepsa (32US$)

Grenzübergang nach Ecuador: Keiner der Taxifahrer sieht vertrauenswürdig aus aber irgendwie muss man die 12 km nach Aguas Verdes direkt an der Grenze kommen. Am besten nicht alleine rüber und nicht dumm anschwätzen lassen. Der Ort ist ein einziger großer Schwarzmarkt, wuslig und unübersichtlich. An der Passkontrolle nur abstempeln lassen. Kein Geld wechseln, kein Essen kaufen. Wieder rein ins Taxi und weiter. Und egal, was euer Taxifahrer sagt: Ihr müsst keine 90 Dollar Steuern bezahlen. Aber 20 Dollar, damit er Euch wieder aus dem Taxi lässt, sind okay.

Aguas Verdes – Quito (11h)
Transportes Occidentales (10US$)

Quito – Tulcán (6h)
Einer der vielen kleinen, bunten Busse fährt für etwa 6 US$ bis ganz in den Norden.

Grenzübergang nach Kolumbien: Mit dem Taxi bis nach Rumichaca (3,50US$), abstempeln, zu Fuß rüber, abermals abstempeln. Ein Collectivo, eine Art Sammeltaxi, bringt einen für unter einen Dollar nach Ipiales.

Ipiales – Bogotá (22h)
Bolivianos (Fronteras) (42US$)

Bogotá – Cucutá (17h)
Berlinas del Fonce (34US$)
Landschaftlich schönste Strecke! Nicht schlafen sondern aus dem Fenster gucken und OH! und AH! machen!

Grenzübergang nach Venezuela: Wenns geht, nicht nachts um drei und völlig verpennt in Cucutá ankommen und das erstbeste Taxi nach San Antonio de Tachira nehmen. In dem Kaff gibts nichts. Außer drei Hunden am Busterminal. Will man als Frau nicht unbedingt bleiben. Das Zentrum ist nicht viel einladender und der Zoll, bestehen auf zwei noch verpennteren Venezuelanern in Boxershorts, macht auch erst um halb sieben auf.

Und: Venezuelanische Geldautomaten mögen ausländische Kreditkarten nicht. Also entweder genug Geld in Kolumbien ziehen und in Venezuela wechseln oder, so wie ich, zwei Tage mit nichts in den Taschen darben und in Puerto La Cruz eine Bank finden, die einem Geld in bar gegen viel Stempelei und Unterschriften auszahlt (Mercantil, gleich hinter der Poliklinik).

San Antonio del Fonce – San Christobal (1h)
Den erstbesten Bus im Zentrum nehmen, egal welchen (1US$)

San Christobal – Puerto la Cruz (18h)
Expresos Marvina (18US$)

Perto la Cruz – Isla Margarita (4h)
Conferry (5,50US$)

Was man dabei haben sollte:
Klopapier Es gibt in keiner einzigen öffentlichen Toilette in Südamerika etwas zum Hintern abwischen. Und wenn, dann nur sparsam rationiert gegen Geld am Eingang.
Nackenkissen Spätestens nach der ersten Nacht ohne, weiß man warum.
– An Aspirin a day, keeps the Thrombose away. Altes chinesisches Sprichwort.
– Genügend Wasser
Kekse/Cracker und Obst. Gegen Hunger und Langeweile
Lange Hosen, Pullover, geschlossene Schuhe, was zum Zudecken. Egal wie warm und stickig es draußen ist, im Bus läuft die Klimaanlage und es is bös kalt. So kalt, dass Leute In Venezuela von vornherein Schal, Mütze und Handschuhe dabei haben, wenn sie einen Reisebus betreten.
mp3-Player Irgendwann ist die Grenze erreicht und man erträgt das ewige Latino-Salsa-Gedudel aus den Lautsprechern nicht mehr.

Uhr, Reiseführer und Handy werden überschätzt. Brauch man nicht. Und man kommt so besser mit Leuten ins Gespräch, wenn man dauernd fragen muss, wo man denn hinfährt und was es da so Interessantes zu sehen gibt.

Ob ichs noch mal machen würde? Auf keinen Fall! Aber gehört zu den Dingen, die man mal gemacht haben muss. Genau so wie in einer Nussschale den Atlantik zu überqueren. Das kommt dann als nächstes.

Tod und Verderben in Ecuador

Ich hab Ecuador überlebt! Dieses kleine, rückständige Land ohne Infrastruktur. Wo Strassen nur schlammige Trampelpfade sind, gerade so breit, dass eine Eselskutsche (das Hauptverkehrsmittel hier) Platz hat.

Trotzdem gibt es Busse, sie sich auf lange Strecken über die Matschwege wagen. Das ist gefährlich. Bei monsunartigen Regenstürmen, wie es sie hier fast im Stundentakt gibt, werden die Busse nämlich wie Spielzeuge über Klippen in tausende Kilometer tiefe Schluchten geschleudert und zerschellen am blanken Fels. Leitplanken gibt es keine. Jeden Tag sterben so hunderte Menschen! Ecuador kann bald einpacken.

Und wenn die Leute hier nicht so ums Leben kommen, dann sterben Sie einen qualvollen Unfalltod bei riskanten Fahrmanövern: Überholen auf gerader Strecke ohne Gegenverkehr zum Beispiel. Das müssen die Busse hier nämlich, weil sie keine Bremsen haben. Um die Geschwindigkeit zu drosseln, helfen alle Fahrgäste mit und halten wie bei alten Galeeren riesige Ruder aus den Fenstern, mit denen Sie durch den zähen Schlamm pflügen bis der Bus endlich steht. Der Bremsweg ist entsprechend lang und wenn man Pech hat, stürzt man dabei bereits erwähnte Klippen hinunter.  Dass die Busfaher natürlich dauernd besoffen sind, muss ich nicht extra noch erwähnen.

Ausserem  rauben sie dann, selbst schwer verletzt, die toten Passagiere in den Schluchten aus und verschachern deren Organe an die Russenmafia. Von dem Geld kaufen sie Kokain, das sie dann wieder teuer auf dem Schwarzmarkt verschachern, um das Schutzgeld für ihe Familien an die Guerrilla in Südkolumbien zu bezahlen.

Oben im Bild das Instrument des Todes: Ein Bus in Ecuador. Und hier die nicht vorhandene Leitplanke
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Schönen Gruss an daheim: Man kann sich auch gut selbst verrückt machen.

Salar de Uyuni

Ich komm bei meiner Marathon-Busfahrt nach Venezuela je nach Station gerade mal zum fixen Mails checken und deshalb war bisher auch mit Bilder hochladen nichts. Aber mit Verzögerung: Bilder vom Salar de Uyuni.

Eigentlich mein Lieblingsziel. Hab letztes Jahr vor meinem Abflug in den Reisebeilagen der ZEIT und der SZ durch Zufall darüber gelesen und war begeistert.

Aber wie das mit hohen Erwartungen so ist: sie werden meist enttäuscht. Die Wüste ist schon sehr eindrucksvoll; man sollte sich in dem ewigen Weiß wie auf einem anderen Planeten fühlen…

Wenn die dutzend anderen Touristen nicht wären, die sich genau so fühlen und das mit der Kamera festhalten wollen. Jeder macht die gleichen „funny pictures“. (Kleiner Mensch steht weit entfernt und es sieht aus als Stünde er auf dem Arm des großen Menschen vorne. Prinzip dürfte klar sein.)

Die Reise dorthin wars trotzdem wert. Was ich so aus dem Zugfenster von Vilazon nach Uyuni sehen konnte, ist Bolivien ein wunderschönes Land. Erinnert im Süden an Arizona in den Staaten. Und so etwas wie den Salar sieht man sonst nie mehr. Einmalig.

(Hier noch Bilder aus Salta. In Puno am Titicacasee hatte ich auch den Tag über fleißig geknipst aber ich Spezialist hab vergessen die Speicherkarte einzulegen. Aber flickr braucht ja nicht noch mehr Bilder von kleinen Frauen mit langen Zöpfen, bunten Röcken und Hüten.)

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36 Stunden zwischen Müll und Schüssen

Ostersonntag ist perfekt, um den Staat zu erpressen. Viele Menschen wollen zu oder weg von ihren Familien und sind auf den Autobahnen Perús unterwegs. Wenn man ein gewöhnlicher Minenarbeiter ist, unzufrieden mit seinen Arbeitsbedingungen – den niedrigen Löhnen, den fehlenden Sicherheitsstandards und dem Umstand, dass drei Kollegen in einer Mine in Arequipa umgekommen sind – dann ruft man seine paar hundert Kumpel zusammen und streikt. Gemeinsam errichtet man kurzerhand morgens um vier eine Barrikade auf der Panamericana, der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung Südamerikas, kurz vor Chala auf dem halben Weg zwischen Arequipa und Lima.

Was zunächst nach einem kurzen Streik aussieht, dauert. Stunden. Es bildet sich ein Stau über mehrere Dutzende Kilometer. Die Polizei ist recht schnell da, aber die Presse lässt etwas auf sich warten. Die ist wichtig. Denn was bringt schon ein Protest, wenn keiner was davon mitbekommt?

Die ersten beiden Stunden schlafen wir einfach. Der Tumult draußen geht uns nichts an. Um acht gibt’s Bordfrühstück im Bus. Die Stimmung ist noch entspannt. Erst als die drückende Mittagshitze langsam über die Hügel kriecht und sich immer noch nichts tut, werden einige ungeduldig. Das erste Kind quengelt.

In der Ferne sehen wir die Hauptverkehrsstraße von Chala, die einzige Verbindung nach Lima. Mittlerweile ist es elf. Menschen rotten sich zusammen, Armeefahrzeuge preschen ins Zentrum. Helikopter kreisen über der Stadt. Schüsse. Die Ersten kämpfen sich mit Sack und Pack zu Fuß Richtung Süden, auf unserer Seite der Stadt. Ein alter Mann, der sein kleines Kätzchen in seiner Reisetasche mit sich trägt, berichtet von zwei Toten. Selbst gesehen habe er sie. Im Radio sprechen sie erst von sieben, dann von acht. Mehr Information gibt es nicht.

Die Stimmung kippt und es passiert, was in Krisensituationen immer passiert: Menschen werden nervös und einer schwingt sich zum Anführer auf. In unserem Fall eine Frau um die vierzig im hellblauen Polo und mit strähnigem Haar. Sie lamentiert laut, streitet sich mit LKW-Fahrern und sammelt Unterschriften von allen, die zurück nach Arequipa wollen. Eine Fahrt von mehr als acht Stunden. Die andere Hälfte, so auch ich, denkt gar nicht daran umzudrehen. Wir wollen weiter.

Der Rückweg ist dicht. Angeblich versperren Barrikaden in einigen Ortschaften hinter uns die Straßen. Nach Lima sind es noch acht Stunden. Was dort los ist, wissen wir nicht. Nazca, rund zwei Stunden nördlich von Chala, soll auch dicht sein. Vielleicht aber auch nicht. Die ersten Frauen rufen unter Tränen die Polizei. Kinder seien im Bus, Schwangere.

Wir fahren zur Sicherheit in ein nahegelegenes Restaurant in den Bergen. Laut einem Peruaner ein bekannter Umschlagplatz für Gold, das die Arbeiter schwarz aus den Minen holen. Rund 20 Reisebusse und dutzende Lastwagen warten schon dort. 1000 Menschen wollen Essen und trinken. Das Restaurant ist schnell ausverkauft. Um acht gibt es nichts mehr. Schlangestehen für ein bisschen Wasser.

Am nächsten Morgen kehren viele Busse um – zurück nach Arequipa. Zu unbeständig sei die Situation. Viele fahren mit, einige hoffen auf eine schnelle Lösung und bleiben. Angeblich sollen Regierungsgesandte kommen, die im besetzten Chala schnell Ordnung schaffen. So lange wollen wir nicht warten. Wir wollen weiter.

Die Bewohner von Chala wittern gutes Geld und richten Shuttles ein. Für 20 Sol transportieren sie Touristen, die nach Lima wollen, an eine sichere Stelle im Ort – gleich neben dem Friedhof.

Ein Schweizer Entwicklungshelfer und ich nutzen die Chance und fahren mit. Wir laufen in Gluthitze durch die Straße Chalas, wo sich gestern noch wütende Arbeiter zusammengerottet haben und Schüsse gefallen sind. Vorbei an ausgelaugten Protestlern, die auf zerfetzten Decken unter Lastwagen Schutz vor der brennenden Sonne suchen. Sie haben ihre blauen Mineros-Helme tief ins Gesicht gezogen. Ihre trüben Augen spiegeln die Erschöpfung der letzten 36 Stunden wieder. Der Geruch von verbranntem Gummi liegt in der Luft.

Vor einem Lebensmittelladen sammelt sich ein Pulk derer, die noch nicht aufgegeben haben. “Morgen ziehen wir nach Lima”, ruft einer zu der Menge. Von der Regierung ist noch niemand gekommen. Zu unwichtig ist der kleine Ort, an dem gerade heute zufällig nichts mehr geht. Was mit den 200 Menschen in den Bergen passiert, die immer noch darauf warten, weiter zu kommen, interessieren nicht. Der Staat lässt sich nicht so leicht erpressen.

Wir hatten Glück und haben auf der anderen Seite von Charla einen Bus gefunden, der nach Lima umgekehrt ist. Mit 44 Stunden Verspätung kommen wir in Lima an. Entgegen aller Behauptungen war unser Weg frei.

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Mercado de Libros (Caballito)

Zum Abschied von Buenos Aires noch einen meiner Lieblingsorte: der Bücherflohmarkt am Parque Rivadavia. Nicht zuletzt, weil das gerade zwei Blocks von der Wohnung entfernt ist und man dort so wunderbar stöbern kann. Habe viele Stunden dort verbracht und mich durch verstaubte Bücher gewühlt.

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impacencia

Ich bin seit gestern nach drei Monaten Rumreisen wieder in Buenos Aires. Ich hab den Tag über Dinge für die lange Rückreise organisiert, rumtelefoniert, die Handwerker hier in der Wohnung mit Erfrischungsgetränken versorgt, mit der Verwandschaft gequatscht und erzählt, was alles so passiert ist. Ich bin seit gestern Abend nur am plappern. Auf Spanisch. Ich kann das jetzt. Sechs Monate im Land und es sprudelt.

Und gerade jetzt, jetzt wo ich endlich mit meinem Onkel und den Tanten vernünftige Unterhaltungen führen kann, jetzt fahr ich wieder nach Hause. Eigentlich ne Schande.

Aber ich vermiss Deutschland. So fad und langweilig es auch gerade sein mag. (Von Kachelmann mal abgesehn.) Ich vermiss die kleinen Dinge, wie morgens Zeitung lesen und verstehen was im Land passiert. Ich vermiss Unterhaltungen bei nem kühlen Bier mit Menschen, die ich wirklich kenne – meinen Freunden. Ich kann daheim Witze reißen, ohne vorher um Geduld zu bitten bis ich den Satz richtig zusammenkrieg, damit es auch halbwegs lustig ist.

Nicht falsch verstehen: Das ist kein Heimweh. Ich würd sofort hierbleiben, wenn mir die Welt hier so nahe wär wie meine Welt in Deutschland. Aber das dauert Jahre. Und so lange warten will ich nicht. Dafür bin ich zu ungeduldig.

Un día en Valparaíso

Ich hab so einen Ort wirklich noch nie gesehen.

Valparaíso ist wie ein buntes Amphitheater, das sich zum Meer hin öffnet. Jede „Sitzreihe“ besteht aus hunderten kleinen, angemalten Bruchbuden – jede einzelne mit exklusivem Meerblick. Und weil die Hütten nicht schon bunt genug sind, zieren fast alle Wände farbenfrohe Graffitis (mir gehen die Synonyme für „bunt“ aus).

Überall riecht es nach altem, nassen Hund; aus den Fenstern dringt Musik und ohne Stadtplan hätte ich mich auf meinem sieben-Stunden-Spaziergang durch das überdimensionale Labyrinth zigmal verlaufen. Das Gute: Nach unten hin ist immer ein Ausgang.

Hat sich auch rausgestellt, dass Valparaíso, Viña del Mar und Santiago in vier Tagen etwas zu viel des Machbaren sind. Von daher hab ich mir die Hauptstadt geschenkt und stattdessen lieber einen Tag länger mit dem kleinen, süßen Zuwachs meiner Gastfamilie verbracht…

(Unbedingt das ganze Album anschauen, WEIL ES SO VERDAMMT BUNT IST!!! Boah ich mag bunte Sachen.)

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Despedida!

Man soll gehen, wenns am schönsten ist… oder man die Schnauze voll hat. Bei mir ist es ein bisschen von beidem. Dpoch ich bin schon wieder zu lang hier und es kribbelt in den Füßen. Ich muss weiter. Und zum Abschied gibts ein Bild, das für mich typisch Mendoza ist.

Gerade beim Abschied merk ich, wie viel Spaß Mendoza doch gemacht hat: der Unterricht bei Intercultural, das Kellnern in Faro. Ich hab zwar von der Vendimia, dem traditionellen Weinfest Anfang März, außer einem schnellen Blick von verschmierten Tellern Richtung Feuerwerk links und Umzug rechts nichts mitbekommen; mich trotz Weingegend nur ein einziges Mal mit Kollegen betrunken; hab die meiste Zeit zwischen arbeiten und unterrichten in der Horizontalen und schlafend verbracht;  hab das Erdbeben Ende Februar NICHT gespürt; hab neben einigen guten auch schlechte Zeitgenossen getroffen (andere Geschichte). Und doch… ich werds vermissen.

Morgen früh um halb zehn geht der Bus nach Chile, Visa erneuern; Valparaíso, Viña del Mar und Santiago innerhalb von vier Tagen anschauen und der weitere Plan sieht dann so aus:

Reiseroute Südamerika

Aus der Argentinienreise ist ein Trip durch ganz Südamerika im Zeitraffer geworden.

Anfang nächster Woche mit Sack und Pack nach Buenos Aires, das wichtigste per Post nach Hause schicken, Familie verabschieden und zum letzten Mal was richtiges Essen. Dann gehts nämlich auf die offiziell längste Busreise der Welt bis hoch nach Venezuela. Das heißt: zwei Wochen in mindestens zehn verschiedenen Bussen durch die Pampa, auf der „Ruta de los muertos“ über die Anden und hoffen, keine Abhänge hinunterzustürzen.

Sollte ich heil in Venezuela ankommen, faulenz ich etwa fünf Tage auf Isla Margartia im Hostel eines Kumpels und dann gehts am 20. April per Flieger auf die Antillen und von San Martin aus auf einer 11-Meter-Nusschale über den Atlantik Richtung Heimat. Dass ich keinerlei Segelerfahrung hab und gleich beim ersten Versuch sechs Wochen über einen Ozean schippern will, ist überraschenderweise noch gar nicht so beunruhigend. Kommt aber noch.

Ich werd vorraussichtlich Anfang bis Mitte Juni an der Nordseeküste von Board gehen und dann dürften sich so einige in Hamburg auf einen Besuch gefasst machen. Man darf also schon mal das Astra kalt stellen.