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Mercado de Libros (Caballito)

Zum Abschied von Buenos Aires noch einen meiner Lieblingsorte: der Bücherflohmarkt am Parque Rivadavia. Nicht zuletzt, weil das gerade zwei Blocks von der Wohnung entfernt ist und man dort so wunderbar stöbern kann. Habe viele Stunden dort verbracht und mich durch verstaubte Bücher gewühlt.

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Me voy

So, Ticket ist gekauft, Rucksack gepackt. Ich verlass endlich die laute, stinkige Stadt und fahr dahin wo es viel, viel frische Luft gibt.

Zu Eurer rechten seht ihr meine Reiseroute. Die gelbmarkierten Orte sind meine Zwischenstopps, wo ich ein paar Tage bleiben werde. Ansonsten wird alles in 20-Stunden-Trips im Bus abgefahren. Die Karte ist auch voll statisch absolut garnicht interaktiv, da ich die Routenfunktion bei Google-Maps irgendwie… naja egal.

Wie weit ich’s wirklich mit meinem Geld schaff und wie lang ich unterwegs bin, weiß ich noch nicht. Kann auch sein, dass ich spontan so aus dem Bus spring und fortan als Einsiedler in den Anden lebe. Oder die Route ändere und stattdessen nach Tokio fliege oder was weiß ich. Aber im Idealfall wird das so:

Buenos Aires
Peninsula Valdés
Ushuaia
El Calafate
El Chalten
San Carlos de Bariloche
Neuquén
Mendoza
Santiago de Chile
Córdoba
Salta
Salar de Uyuni (Bolivien)
Corrientes
Buenos Aires

Ganz sicher ist der erste Stopp in Puerto-Madryn, Pinguine und Seeelefanten gucken und dann über Weihnachten und vielleicht Neujahr nach Ushaia ganz im Süden. Bariloche spar ich mir eventuell, weil ich a) schon diverse Male dort war und b) ja, muss nicht sein.

Buen provecho!

So, am Freitag verlass ich endlich die Stadt und reise rum, bis mir das Geld ausgeht. Die zehn Wochen hier in Buenos Aires waren sehr spaßig. Ne Menge Leute getroffen und (fast wichtiger) soooo viel gutes Essen weggefuttert. Hab mir mal ein bisschen Arbeit gemacht und eine Google-Map mit allen Orten erstellt, die schuld daran sind, dass ich meine Hose nicht mehr zukrieg. Also, schon aber aus dem, was da oben am Bund rausquillt, kann man gut und gerne noch eine Argentinierin machen. Zwar nur ne kleine, zierliche, aber würde reichen.

Also dann: Buen provecho!


Buenos Aires für Verfressene auf einer größeren Karte anzeigen

Donde hay Navidad?!

Bisher war wenig Zeit für ein wenig Heimweh, aber heute, wo das Wetter zumindest optisch genau so ist wie in Deutschland (grau, Nieselregen.. allerdings bei 22 Grad) vermiss ich die Heimat schon ein bisschen. Gerade die Vorweihnachtszeit.

Und ja, ich erinner mich, dass ich das in Deutschland immer gehasst habe. „Last Christmas“ aus allen Lautsprechern; doofe Pärchen, die auf Weihnachtsmärkten abstrakte Schutzengel aus Sperrholz und Draht kaufen, um sie an ihre Haustür zu hängen; Glühwein, der eiskalt ist, wenn man vom Klowagen zurück kommt.

Aber ich vermiss das. Sowas gibt’s in Argentinien nicht. Fast 90 Prozent der Einwohner hier sind katholisch aber keiner feiert Weihnachten. Also schon, aber nunmal erst am 25. Dezember. Vorher ist hier nichts. Und zu allem Überfluss ist meine Familie hier jüdisch (no offense) und will erst recht nichts von Weihnachten wissen.

Die einzige Weihnachtsdeko, die ich gesehen hab, war im Supermarkt um die Ecke und bestand aus einer grünen Plastikgirlande und einer (!) goldenen Glocke mit rotem Samtband, das seit mindestens vier Jahren nicht mehr abgestaubt wurde und dementsprechend braun ist. Okay, und ein Plastikweihnachtsbaum in einer Bar namens „Bavaria“ irgendwo in Belgrano. Aber das zählt nicht, weil der wahrscheinlich von Deutschen dekoriert wurde.

Obwohl ich jedes Jahr so getan habe, als würde ichs hassen, war ich immer auf Weihnachtsmärkten. Mindestens einmal in den 24 Tagen in Michelstadt, wo ich lange zur Schule gegangen bin. Während der Studienzeit natürlich in Darmstadt und sooo hässlich ist der Weihnachtsmarkt da gar nicht. Jaaaa, ich vermiss das. Gebrannte Mandeln gibts hier auch an jeder Ecke aber ist nicht dasselbe mittags bei 28 Grad, verkauft von einem schmutzigen Indio, der nebenbei Schuhe von Passanten wienert (ebenfalls no offense).

Nächste Woche fahr ich wirklich nach Ushuaia. Echt jetzt. Hab gehört, da ist es immerhin kalt. Da blas ich mir dann einen Gummiweihnachtsbaum auf, mach mir einen Malbec warm und sing „Stille Nacht“. Vielleicht feiert da ja jemand mit.

dinero falso

Mir hat gestern irgendein Scherzkeks meine erstes Falschgeld überhaupt untergejubelt. Ist unlustig ein U-Bahn-Ticket kaufen zu wollen und dann darauf hingewiesen zu werden, dass man mit dem 50 Peso-Schein mal lieber nicht bezahlen sollte. Find ja die Blüte gar nicht schlecht gemacht. Oben ist das falsche, unten das echte Exemplar. Obwohl… auf dem unteren sind die Gesichtszüge von dem Latino-Hitchcock etwas feiner. Mein Versuch, das Geld wieder unter Leute zu bringen, ist jedenfalls gescheitert. So gut wars dann doch nicht und meine kriminelle Energie is scheinbar zu gering. Seh zu nett aus.

Nun ja, finds eh sinnfrei Falschgeld im umgerechneten Wert von 8,92 Euro herzustellen. Aber gut… andere Länder etc. Das mit dem Geld hier ist das sowieso sone Sache. 100 Peso-Scheine (17,85 €) kann und will hier so gut wie keiner wechseln. Und gerade an Münzen kommt man nur ganz schwer ran. Das ist schlecht, weil man die braucht, um mit dem Bus zu fahren. Möchte man an einem Kisosk also einen läppschen Kaugummi kaufen, um den 10er in Münzen wechseln zu lassen, rennt man gegen Wände. Die verkaufen lieber nix, als einem 1,20 Peso klein zu geben. 21 Cent! Mehr kostet der Bus nicht.

Und „dinero falso“ find ich n recht faden Ausdruck für Blüten. Wenn jemand einen nettern Slang-Ausdruck dafür kennt, wüsste ich den gern. Die haben hier schließlich für alles einen entsprechen „lunfardo„.

insomne en Buenos Aires

Ich schlafe seit über acht Wochen auf einem Kunstlederfuton, für den es kein passendes Bettlaken gibt. Meinen Kopf stütze ich auf einem unbezogenen Dekokissen und meine Decke ist eigentlich Lochstickerei, wie man sie nach drei Wochen Handarbeitskurs lernt. Das alles in Kombinantion ist eher wenig bequem und Grund dafür, dass ich nie länger als bis sieben Uhr schlafe. Auch heute, nach meinem Spanischkurs an meinem ersten freien Tag.

Aber das macht nichts. Viel schlimmer ist es, dass ich nachts regelmäßig aufwache, weil ich von meinem 40 Zentimeter breiten Laken gerutscht bin. Die Haut an meinem Bein klebt dann schön am Kunstleder fest und löst sich erst wieder mit einem geräuschvollen Schmatzen.

Oh und nebenan reißen die Handwerker gerade Wände ein. Die Haushälterin sind auch schon wieder da und fragt, wann ich denn wach bin, damit sie mit dem Putzen anfangen kann.

Keine Sorgen, ich bin schon wach.

Demasiada carne

Jaja ich weiß, ich hab unfassbar vielen den Mund wässrig geredet, weil ich hier in Argentinien sicher so viel Kühe verputzen werde, bis ich muhe. Das mach ich auch fleißig aber ich werde langsam fleischmüde. Der Mensch ist ein Allesfreser und nur saftige, zartrosa-gegrillte Rinderbrocken, die auf der Zunge schmelzen, weil sie so butterweich sind, vom Knochen nagen, isses halt nicht. Die Küche ist wirklich einseitig. Fehlt ab und an Gemüse und gutes Brot. Und die Spinat-Lauch-Paseten, die man hier überall kriegt, reißen das halt auch nicht raus. Hab hier aber eine Bäckerei gefunden, die „Hausbrot“ heißt und in der Auslage dunkles Brot mit Körnermantel hat. Das lässt hoffen. Geh die Tage mal hin. Ist ein Anfang.

„Que linda“

Am Anfang war es ja noch schmeichelhaft. Kaum einen Fuß auf die Gasse gesetzt, schon wird man von Männern angesabbert und bekommt Küsse zugeworfen. Aber nur von den alten. Die jungen, die das machen, sind eher von minderer Qualität. Und ja das liest sich jetzt abwertend. Aber was soll ich sagen. Faulige Zähne stellen halt eine Qualitätsminderung dar. Sorry.

Ja ne, aber ist schon nett, jeden Tag von wildfremde angehimmelt zu werden. Ego-pushen und so. Bis man feststellt, dass das hier jede Frau abkriegt. 24/7. Egal wie sie aussieht. Das kränkt. Die Männer hier haben Komplimente-Tourette. „Hermosa“ oder „Que linda!“ an jeder Straßenecke, in der U-Bahn, wenn man über die Straße will, brüllen sie aus dem Auto. Unschön. Ja und deshalb ignorieren die Frauen das hier einfach. Da freut sich keine mehr. Ist Routine.

Da lob ich mir doch Deutschland, wo die Männer einem nur nette Dinge sagen, wenn sie auch wirklich landen wollen. Hörste nix, jibbet nix. So einfach. Aber man darf nicht alle Argentinier über einen Kamm scheren. Gibt auch anständige, die anständige Komplimente machen. Bei einem Glas Wein sowas wie (Achtung!): „Hat dir eigentlich jemand in den letzten zwei Jahren mal gesagt, wie schön du bist?!“ Nach sowas fängt man a) fast an zu heulen und kommt b) zum Ergebnis: Nein, das hat mir wirklich kein einziger in den letzten Jahren gesagt. Es darf sich geschämt werden.

tengo sueño

Hat sich rausgestellt, dass man doch an einem Wochenende ausgehen UND ins Stadion zum Fußballgucken kann. Hatte ja erst meine Zweifel, ob das der Geldbeutel mitmacht. Aber what the hell, dann gibts halt beim Rumreisen ab Dezember nix mehr zu essen. Sind mir meine Klamotten auch nicht wirklich böse, wenn bald mal wieder Normalität einkehrt und der Empanada-Speck verschwindet.

Jaa aber so bis sechs Uhr morgens in Bars rumfallen, drei Stunden schlafen, mit Tantchen ins Kino (nicht alles verstanden aber glaub war gut), dann ins Stadion (4:0 La Plata weggeputzt!!) und danach verboten leckeres Rindfleisch vom Grill auf einer Dachterrasse mit Jacousie essen, bleibt nicht in den Klamotten strecken.

Sau müde. Jetzt. Morgen wieder Schule. Allerallerallerletzte Woche bricht an. Laut den letzten vier Taxifahrern, mit denen ich geschwätzt habe, kann ich Spanisch. *strike* Uah und wie ich mich grad freu, dass es bald Richtung Süden geht.

So und das alles, liebe Arbeitstierchen, soll euch neidisch machen, auf dass es ihr mir gleich tut: Kommt her und lebt. Karriere machen und Geld verdienen wird eh überbewertet. Man kommt auch mit extrem wenig über die Runden. Also hier. Oh und erste Überschrift mit Tilde. Ich mags.

Amen und gute Nacht.

lleno

Ich will da eigentlich gar nicht rein. Die ältesten U-Bahn-Waggons der Welt kommen knarzend zum stehen, die verschrammten Holztüren der Linie A öffnen sich und es strömt ein Dunstgemischt aus Fußschweiß, billigem Parfum und Katzenfutter entgegen. Nein, ich will das wirklich nicht rein. Zu viele schwitzende Leiber auf zu kleinem Raum. Sardinenbüchse ist dafür eine nette Umschreibung.

Dem dicken, alten neben mir rinnen Schweißperlen die grobporige Stirn hinab. Der junge Banker versucht sich die Schläfen mit seiner Krawatte abzutrocknen. Oh Gott und jetzt hebt einer auch noch seinen Arm, um sich irgendwo verzweifelt festzuhalten. 83 Prozent Luftfeuchtigkeit, Alter!!! Hinter mir spüre ich jemanden, von dem ich hoffe, dass er einfach nur einen Schlüsselbund in der Hosentasche hat. Ich hatte mit einigen Männern hier morgens in der U-Bahn engeren Kontakt als mit so manchen bei gewollt intimen Aktionen.

So knattern wir eingepfercht also acht Stationen von Rio de Janeiro in meinem Bezirk bis ins Zentrum zur Station Lima. In Plaza Miserere ticken die Leute völlig aus. Es ist so schon kein Platz mehr aber nein: alls rein damit. Wie verblödete Rinder, die ins Gatter getrieben werden. Den Wahnsinn in den Augen. Ob sich die Türen noch schließen lassen, is jetzt egal.

Und dann da erstmal wieder rauskommen. Aller spätestens beim Kongress sollte man sich Gedanken machen wie man am besten zur Tür gelangt. Noch drei Haltestellen aber wer sich jetzt nicht rührt, hat verloren. An den größeren vorbeikommen, ist kein Problem: Lächeln, „permiso“ flüstern und vorbeischieben. Der Hintern ist ja gottseidank mehr breit als tief und so belästigt man keinen in der Hüftgegend. Schlimm sind die kleinen Frauen. Die übersieht man leicht. Sie wuseln wie kleine Wiesel vorbei und kneifen einem in den Bauch, wenn man zu langsam reagiert. Von oben sieht man dann nur einen dunkel behaarten Kopf mit hellem Scheitel. Handtäschchen stets geschultert.

Nachdem ich also so ziemlich jedem unfreiwillig meine spärlich vorhandenen Brüste ins Gesicht gedrückt habe, bin ich endlich draußen. Station Lima. Und jetzt umsteigen. Linie C. Doppelte Auslastung. Mehr Menschen. Mehr Schweiß. Jetzt erstmal Wochenende.